Würmer sind unscheinbare aber unglaublich wichtige Tiere in unserem Erdreich. Für unsere Gärten erfüllen sie zentrale Aufgaben – so zentral, dass wir Menschen ohne Würmer keinen gesunden, fruchtbaren Gemüsegarten haben können. Aber welche Aufgabe kann so wichtig sein, dass sie so ein kleiner Wurm erfüllen kann?
Die Antwort ist rasch gefunden. Es ist die Produktion von Kompost. Im Umwandeln von Bioabfall aus Garten, Natur und Haushalt in fruchtbare Komposterde sind Würmer nämlich unschlagbar. Und genau diese Eigenschaft können wir uns zu Nutze machen. Mit dem Bau einer Wurmkiste, die als mobile, praktische Kompoststation auch auf dem Balkon und sogar dem Fensterbrett ihren Platz findet!
Warum eine Wurmkiste bauen?
Kompost ist der beste Dünger. Und in Küche und Haushalt fallen ständig Biomüll und Pflanzenreste an. Warum also nicht Kompost daraus machen? Die Würmer machen es möglich! Der beste Kompost-Lieferant ist deswegen eine Wurmkiste auf Balkon, Terrasse oder im Küchengarten. Hier wird Biomüll im Handumdrehen zu hochwertigem Dünger. Eine Wurmkiste kann man sich fixfertig kaufen oder ganz einfach selber bauen. Das Prinzip ist einfach: Zwei durch ein Drahtgitter getrennte Kammern in einer stabilen Kiste, mit einem Deckel obendrauf und befüllt mit dem richtigen Wurmmix. Wie’s genau geht erfährst du weiter unten.
Das Material für die DIY Wurmkiste:
Das Beste der selbstgemachten Wurmkiste: Du kannst dir die Kiste ganz nach deinen Vorstellungen gestalten und die Masse deiner Holzplatten nach deinen Wünschen verändern.
Werkzeuge:
Handkreissäge/Stichsäge
Tacker
Akkubohrschrauber
Holzbohrer
Schraubenzieher
Winkel
Hammer
Schaubzwingen
Baumaterialien:
Holzplatten & Leisten im gewünschten Format
Lange & kurze Schrauben
Scharniere
Krampen
Handgriffe aus Metall oder Kordel
Drahtüberfalle
Ein Stück Kunststofffolie
Möbelfüsse oder Lattenreste
Engmaschiges Drahtgeflecht (Hühnerdraht)
Und wo kommen die Würmer her?
Viele Wege führen zum Kompostwurm: Man kann einen erfolgreichen Wurmkisten-Besitzer oder eine erfahrene Wurmkisten-Besitzerin nach einer Leihgabe für die Starterkolonie fragen. Oder man geht in einen Angelladen, wo für kleines Geld jeden Tag grosse Mengen Tauwürmer verkauft werden. Im Online-Handel gibt es zahlreiche Optionen oder aber du kannst du mit der Mistgabel dem Komposthaufen im Garten zu Leibe rücken: Wo der Boden nicht zu trocken ist, finden sich in Minuten ein ganzer Haufen quicklebendiger Würmer.
Die Wurmkultur in der Kiste starten
Wir beginnen zunächst nur auf einer Seite: Würmer zusammen mit Wellpappe, Zeitungspapier, Substrat, Grünschnitt und einer Startgabe Gartenerde einziehen lassen und die Kiste nach und nach mit Küchenabfällen, Kaffeesatz, Eierschalen etc. auffüllen. Die Würmer werden sich sofort an die Arbeit machen. Wenn das erste Fach voll ist, kannst du nach und nach auch die andere Seite mit Bioabfällen füllen. Sobald die Nahrung in einem Fach aufgefressen und verarbeitet ist, ziehen die Würmer von alleine um, hin zur Nahrung. Die mit Wurmhumus gefüllte Seite trocknet nach und nach aus, ist spätestens nach einem Monat wurmfrei und bereit zum Einsatz im Garten. So schnell gewinnst du hochwertigen Dünger, ganz umsonst, aus der eigenen Wurmbox!
4 Tipps für das Leben mit der Wurmkiste
- Auf die Temperatur achten: Würmer lieben Temperaturen zwischen 10° und 25°. Also Frost oder direkte Sommersonne vermeiden
- Den Inhalt der Kiste nicht austrocknen lassen, trotzdem Schimmel und Staunässe vermeiden
- Würmer mögen keine Citrusfrüchte-Schalen! Fleischreste stinken, sie sind also auch nichts für die Kiste. Immer auf den pH-Wert in der Box achten. Neutral (5-7) ist am besten
- Würmer sind keine Akkordarbeiter, daher solltest du die Wurmbox nicht überfüllen. Ca 200 Gramm zerkleinerte Reste pro Tag sind ein guter Start





