Eine gute Innendämmung senkt Energiekosten senken und verbessert das Raumklima – im Sommer wie im Winter. Doch was ist beim Dämmen zu beachten? Gibt es Unterschiede zwischen Keller-, Wohn- und Dachgeschoss-Dämmung? Und welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Dämmmaterialien? Wir klären auf. Ausserdem erhältst du eine Anleitung, wie du dein Zuhause selbst dämmen kannst.

Die Innendämmung von Wohnräumen ist eine effektive Möglichkeit, Gebäude energetisch zu verbessern, bei denen eine Aussen- oder Kerndämmung nicht infrage kommt. Sie hilft dabei, Wärmeverluste zu minimieren und den Wohnkomfort spürbar zu steigern – und das alles, ohne die Fassade zu verändern. Besonders bei Altbauten, wo Denkmalschutz oder architektonische Details oft eine Dämmung der Aussenwände verhindern, erweist sich die Innendämmung als gute Alternative. Aber auch in Neubauten kann sie sinnvoll sein, um die Energieeffizienz von Anfang an zu optimieren.

Innendämmung in 5 Schritten selbst anbringen

Die Innenwanddämmung mit Dämmplatten lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick gut selbst durchführen. Dabei hilft es, den Arbeitsablauf in klare Schritte zu unterteilen, um ein sauberes und effizientes Ergebnis zu erzielen. Bereite dazu zunächst folgende Materialien und Werkzeuge vor:

Materialien:

Zusätzlich für das Dämmen von Decken:

Werkzeuge:

Zusätzlich für das Dämmen von Decken:

Sonderfall: Decke dämmen

Das Dämmen von Decken (Zimmerdecken oder Kellerdecken) kann eine effektive Möglichkeit sein, Wärmeverluste zu reduzieren und den Schallschutz zu verbessern. Grundsätzlich ist eine Deckendämmung sinnvoll, wenn ein Wohnraum an einen ungedämmten Bereich grenzt. Dies ist häufig bei der obersten Geschossdecke, der Kellerdecke oder bei Flachdächern der Fall. Durch den erheblichen Temperaturunterschied zwischen Innen und Aussen, ist eine Deckendämmung sinnvoll ist. Da eine Deckendämmung die Raumhöhe merklich verringert, solltest du abwägen, wie wichtig die Raumhöhe im Vergleich zur zusätzlichen Dämmung ist.

Wichtig: Grundsätzlich sollten Decken wenn immer möglich von oben gedämmt werden. Ist die Dämmung von oben nicht möglich, ist die Deckendämmung eine gute Alternative. Die Dämmung von oben ist in der Regel effektiver, da sie die gesamte Fläche abdeckt und Wärmebrücken durch Zwischenwände vermeidet.

Dämmen von Kellerdecke vs. Dämmung von Zimmerdecke

Die Gründe für das Dämmen von Decken sind unterschiedlich: Grundsätzlich zielt das Dämmen der Kellerdecke zielt darauf ab, darüberliegende Wohnräume vor Kälte und Feuchtigkeit aus dem Keller zu schützen. Eine nachträgliche Dämmung der Zimmerdecke wiederum dient hauptsächlich dazu, Wärme im Wohnraum zu halten. Zudem verbessert sie den Schallschutz.

Vor- und Nachteile der Innendämmung

Die Dämmung der Innenwände bietet im Vergleich mit einer Aussen- bzw. Fassadendämmung sowohl Vorteile als auch Nachteile, die bei der Entscheidung für oder gegen diese Massnahme zu berücksichtigen sind. Während eine Dämmung positive Aspekte hinsichtlich Energieeffizienz und Wohnkomfort mit sich bringt, gibt es auch einige Punkte, die potenzielle Herausforderungen darstellen können:

Vorteile der Innendämmung

Innendämmung lässt sich unabhängig von der Jahreszeit montieren, sie wirkt schalldämmend und trägt zur Verbesserung des Wohnklimas bei. Ein weiterer Pluspunkt ist der Erhalt der äusseren Gebäudestruktur, wodurch insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden keine optischen Veränderungen von aussen erforderlich sind. Zudem hat die Massnahme nur einen geringen Einfluss auf die äussere Optik des Hauses.

Nachteile der Innendämmung der Wohnräume

Durch die zusätzliche Dämmschicht verkleinert sich der Wohnraum geringfügig. Es besteht zudem die Möglichkeit der Schimmelbildung, insbesondere bei unsachgemässer Ausführung. Die Innendämmung bietet nur eingeschränkte Möglichkeiten für spätere Anpassungen und ist in der Regel mit einem höheren Arbeits- und Kostenaufwand verbunden als eine Aussendämmung.

Materialien für die Wärmedämmung von innen

Wenn es um die Dämmung von Innenräumen geht, stehen verschiedene Materialien und Systeme zur Auswahl. Je nach baulichen Gegebenheiten und persönlichen Vorlieben können unterschiedliche Optionen sinnvoll sein. Für die Innendämmung kommen verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Vorteilen und Einsatzbereichen in Frage:

Steinwolle

Steinwolle eignet sich für Dächer, Wände, Decken und Böden im Neubau und bei Sanierungen. Sie ist nicht brennbar (Brandschutzklasse A1) und bietet guten Schallschutz. Vorteile sind hohe Temperaturbeständigkeit, Formstabilität und Resistenz gegen Schimmel und Schädlinge. Nachteile sind das höhere Gewicht, aufwendige Verarbeitung und Haut-/Atemwegsreizungen. Sie ist teurer als einige Alternativen, aber ökologisch vorteilhaft.

Glaswolle

Glaswolle wird für Dachgeschosse, Wände und Decken, besonders in Holzrahmenkonstruktionen, genutzt. Sie ist leicht, elastisch und einfach zu verarbeiten. Vorteile sind gute Wärmedämmung bei geringem Gewicht und ein ebenfalls guter Schall- und Brandschutz. Nachteile sind Haut-/Atemwegsreizungen, geringere Formstabilität und Feuchtigkeitsanfälligkeit. Sie ist kostengünstig, aber weniger nachhaltig.

Hartschaumplatten (XPS / EPS)

Hartschaumplatten, zum Beispiel aus Polystyrol oder Polyurethan, lassen sich leicht zuschneiden und einfach mit Kleber oder Mörtel an Wände und Decken anbringen. Gerade in Altbauten, wo jede zusätzliche Dicke wertvollen Raum kosten kann, sind diese Platten eine beliebte Wahl – es gibt sie bereits ab einer Stärke von 2 cm.

XPS-Platten sind wasserabweisend, formstabil und bieten exzellente Wärmedämmung. Vorteile sind Belastbarkeit und Langlebigkeit. Nachteile sind hohe Kosten, aufwendige Entsorgung, Umweltbelastung durch Erdöl und geringe Diffusionsoffenheit.

EPS-Polystyrol-Platten (Styropor) sind leicht, einfach zu verarbeiten und kostengünstig bei guter Wärmedämmung. Vorteile sind Feuchtigkeitsbeständigkeit und Formbarkeit. Nachteile sind Brennbarkeit, Freisetzung giftiger Gase im Brandfall und Umweltbelastung durch Erdölbasis.