Wie lassen sich Wand- und Bodenfliesen richtig verlegen? Vom Planen und Einteilen der Fliesen über das richtige Werkzeug bis hin zum Verfugen – beim Fliesen verlegen gibt es einiges zu beachten. Besonders für Laien. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung kombiniert ausführliche Erklärungen mit praktischen Tipps und zeigt dir, wie du deine Fliesen perfekt legen und verfugen kannst. So gelingen garantiert tolle Ergebnisse.

1. Schritt: Planung und Flieseneinteilung

Es ist die Grundregel eines jeden DIY-Projekts: Vernachlässige die Planungsphase nicht! Einfach so drauflos zu fliesen ist meist die schlechteste Idee. Besonders die folgenden Punkte solltest du dir vor dem eigentlichen Projektstart überlegen:

Das Verlegemuster

Das Verlegemuster kann die spätere Raumwirkung zwar beeinflussen, viel wichtiger bei der Wahl ist jedoch deine persönliche Präferenz: diagonal, versetzt oder in einem bestimmten Muster… du hast alle Freiheiten! Am besten zeichnest du den Raum, in dem du die Fliesen legen möchtest, massstabsgetreu auf und zeichnest die Fliesen im gewünschten Verlegemuster ein. So kannst du den Materialbedarf abschätzen und hast beim Verlegen schon eine gute Vorstellung.

Die Fliesengrösse

Nicht jeder Raum erlaubt die freie Wahl der Fliesengrösse. Ist die Fläche zu klein - sei es an der Wand oder am Boden - ist die Grösse der Fliesen fast automatisch begrenzt. Zudem ist es ratsam, grosse, sperrige Fliesen zu zweit zu verlegen.

Wandfliesen und/oder Bodenfliesen

Sollen sowohl Wand als auch Boden neu gefliest werden? In diesem Fall verlegst du die Bodenfliesen erst, nachdem die Wandfliesen angebracht sind. So kannst du die Fugen der Wandfliesen auf dem Boden fortsetzen – der durchgehende Fugenverlauf wirkt harmonischer.

Die Fugenbreite

Plane immer auch die Fugenbreite und den Abschluss zwischen Decken, Wänden und Böden von den Massen her ein. Kleinere Fliesen – bis ca. 30 x 30 Zentimeter an der Wand und 50 x 50 Zentimeter auf dem Boden – haben z. B. einen grösseren Fugenanteil als grossflächige Fliesen.

Architektonische Besonderheiten

Wenn deine Räume Nischen, Winkel, Säulen oder Vorbauwände haben, dann ist es eine gute Idee, dies bei der Formatwahl zu berücksichtigen. Idealerweise nutzt du hierbei verschiedene Grössen einer passenden Fliesenserie.

Kleber und Mörtel

Mit dem Fliesenkleber steht und fällt deine Arbeit – im schlimmsten Fall wortwörtlich. Weiter unten in diesem Ratgeber findest du mehr Informationen dazu, welche Kleber- und Mörtelarten sich für welche Fliesen eignen.

 
 

6. Schritt: Fliesen verlegen

Das Verlegen kann starten. Mische zunächst den Fliesenkleber gemäss den Anweisungen auf der Packung an, bis er die richtige Konsistenz hat. Egal ob Wand- oder Bodenfliesen: Das Verlegen erfolgt nach demselben Prozess.

Verteile den gemischten Fliesenkleber mit Hilfe einer Glättkelle oder einer Maurerkelle gleichmässig auf dem Untergrund und kämme ihn mit einem Zahnspachtel durch. Die Art der Fliesen beeinflusst, wie grob die Zahnung des Spachtels sein soll. Als Richtwerte gelten:

  • Mosaikfliesen bis 5 cm Fliesenlänge: 4 mm Zahnung
  • bis 10 cm Fliesenlänge: 6 mm Zahnung
  • bis 30 cm Fliesenlänge: 8 mm Zahnung
  • bis 60 cm Fliesenlänge: 12 mm Zahnung
  • über 60 cm Fliesenlänge: 12–15 mm Zahnung

Lege die Fliese nun vorsichtig ins Kleberbett, drücke sie an oder klopfe die Fliese mit einem Gummihammer leicht fest. Zuvor platzierte Fliesenkreuze helfen dir hier, den richtigen Abstand zur nächsten Fliese einzuhalten. Ebenfalls ist es besonders beim Verlegen von Bodenfliesen wichtig, dass du an den Rändern ausreichend Dehnungsfugen einplanst.

 
 

Sonderfall Balkonfliesen

Im Gegensatz zu Bodenfliesen im Innenbereich sind bei Balkonfliesen zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich, um die Fläche dauerhaft vor Witterungseinflüssen zu schützen. Nach der Prüfung der Tragfähigkeit des Untergrunds sowie dem Ausgleichen von Unebenheiten und der Sicherstellung eines ausreichenden Gefälles wird zunächst eine Grundierung aufgetragen. Anschliessend folgt eine Abdichtungsschicht, die das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. Bei vorhandenen Abläufen werden Dichtband und Dichtmanschetten in die noch nasse Abdichtung eingebettet und mit einer zweiten Abdichtungsschicht überarbeitet. So werden Feuchtigkeits- und Frostschäden sowie Ablösungen der Fliesen vermieden.

Tipp: Klickfliesen für den Balkon sind in verschiedenen Materialien erhältlich und besonders einfach zu verlegen. Sie kommen völlig ohne Kleber oder aufwendige Untergrundvorbereitung aus und bieten eine schnelle, leichte und flexible Lösung für den Balkonboden.

Passender Fliesenkleber, richtiger Fugenmörtel …

So wichtig die gut überlegte Wahl des passenden keramischen Belages ist, umso wichtiger ist der Einsatz des richtigen Fliesenklebers und Fugenmörtels. Denn mit dem falschen Kleber oder Mörtel können die Fliesen schon beim Verlegen von der Wand rutschen oder die Fugen bereits nach kurzer Zeit reissen.

Vorab: Je nach Untergrund bzw. Einsatzbereich eignen sich verschiedene Fliesenkleber. Je härter der Untergrund, desto geringer sind die Anforderungen an die Flexibilität des Fliesenklebers. Bei glatten Untergründen erhöht ein höherer Kunststoffanteil die Haftkraft und Flexibilität des Klebers.

Häufige Fragen zum Fliesen selbst verlegen

Die BAUHAUS-Fachexpert:innen beantworten Fragen, die viele Kundinnen und Kunden rund um das Verlegen von Boden- und Wandfliesen stellen.

Was kostet Fliesen verlegen pro qm?

Die Kosten für das Verlegen von Fliesen hängen vor allem vom Material und Design der Fliesen ab. Einfache Wandfliesen bekommst du schon ab etwa CHF 15 pro Quadratmeter. Besonders widerstandsfähige Bodenfliesen z. B. aus Feinsteinzeug können auch mal CHF 40 pro Quadratmeter kosten.

Dazu kommen die Materialkosten bzw. der Werkzeugverleih, der Fliesenmörtel und Fliesenkleber, die Transportkosten sowie ggf. die Installationskosten durch eine Fachfirma.

Wo beginnt man beim Fliesen verlegen?

Beim Verlegen von Wandfliesen beginnt man in der Regel unten in der Mitte und arbeitet sich nach oben in den Ecken vor. Verwende eine Latte als Stütze für die erste Reihe. Bei Bodenfliesen startest du ebenfalls in der Mitte des Raumes. Vermeide aber schmale Fliesenränder und achte auch ein ein symmetrisches Verlegemuster.

Markiere in beiden Fällen die Wandmitte und arbeite dich von dort aus zu den Rändern vor.

Wann Fliesen verfugen?

Nach dem Verlegen der Fliesen sollten etwa 24 Stunden vergehen, bevor du mit dem Verfugen beginnst. In dieser Zeit kann der Fliesenkleber ausreichend trocknen und die Fliesen sind ausreichend fixiert.

Achtung: In feuchten oder kalten Umgebungen kann die Trocknungszeit länger sein. Berücksichtige für genaue Trocknungszeiten die Angaben des Kleberherstellers auf der Verpackung.

Wie viel Fliesen brauche ich für 1 qm?

Die Anzahl der Fliesen pro Quadratmeter hängt von der Grösse der Fliesen ab. Beachte, dass beim Verlegen der Fliesen etwa 10 % mehr Fliesen für Schnitt und Bruch einzuplanen sind.

Wann sind Fliesen begehbar?

Nach dem Verlegen der Fliesen musst du in der Regel 24 bis 48 Stunden warten, bis die Fliesen begehbar sind. Nach dieser Trocknungszeit ist der Fliesenkleber vollständig durchgehärtet und die Fliesen sind sicher fixiert.

In kälteren oder feuchteren Umgebungen kann die Trocknungszeit auch länger sein. Genaue Trocknungszeiten findest du in den Herstellerangaben auf der Verpackung.

Wie viel Fliesenkleber brauche ich?

Der Bedarf an Fliesenkleber hängt von der Fliesengrösse und der Zahnung des Spachtels ab. Ein Rechenbeispiel:

  • Für 30x30 cm Fliesen und eine Zahnung von 8 mm benötigst du etwa 4-5 kg Kleber pro Quadratmeter.
  • Bei grösseren Fliesen und einer Zahnung von 10-12 mm steigt der Verbrauch auf 6-8 kg pro Quadratmeter.

Beachte die Herstellerangaben deines Fliesenklebers und plane etwas Reserve ein, damit der Kleber wirklich für die gesamte Fläche reicht.

Was sind häufige Fehler beim Fliesenverlegen?

Beim Verlegen der Fliesen gibt es einige Fehlerquellen, die die Haltbarkeit und das Erscheinungsbild der Fläche beeinträchtigen können. Damit deine Arbeit sowohl ästhetisch als auch funktional ist, ist es wichtig, diese Fehler zu kennen und diese zu vermeiden:

  • Unebener Untergrund: Ein unebener Untergrund kann dazu führen, dass die Fliesen nicht richtig haften oder Risse entstehen. Stelle sicher, dass der Balkonboden vor dem Verlegen gründlich nivelliert und eventuell mit einer Ausgleichsmasse vorbereitet wird.
  • Falsche Fugenbreite: Zu enge oder zu breite Fugen können das Erscheinungsbild und die Haltbarkeit beeinträchtigen. Verwende passende Fugenabstände entsprechend den Herstellervorgaben und der Art der Fliesen.
  • Nicht genügend Trockenzeit: Wenn du den Kleber nicht ausreichend trocknen lässt, können sich Fliesen lösen oder Schäden entstehen. Achte unbedingt darauf, die empfohlene Trockenzeit für Kleber und Fugenmörtel einzuhalten.
  • Fehlerhafte Verlegetechnik: Unsachgemässes Verlegen, wie das ungleichmässige Auftragen des Klebers oder eine unsorgfältige Fliesenplatzierung, kann die Stabilität beeinträchtigen. Arbeite daher präzise und nutze geeignete Werkzeuge wie Zahnspachtel und Fliesenkreuze.
  • Unzureichende Abdichtung: Eine fehlende oder mangelhafte Abdichtung kann zu Feuchtigkeitsproblemen führen. Sorge insbesondere auf Balkonflächen für eine gründliche Abdichtung, insbesondere in den Fugen und an Übergängen.