Feuchtigkeit im Badezimmer kann grossen Schaden anrichten: Schimmel, aufgequollene Böden und teure Reparaturen sind die Folge. Deshalb ist es wichtig, das Bad richtig und sorgfältig abzudichten. Ob Boden, Wände, Dusche oder Waschbecken – in dieser Anleitung lernst du, welche Materialien notwendig sind, wie sich typische Fehler vermeiden lassen und wie du Schritt für Schritt dein Bad dauerhaft wasserdicht machen und Schimmel vorbeugen kannst. Starte jetzt dein Renovierungsprojekt im Badezimmer!

2. Schritt: Material & Werkzeug beschaffen

Je nachdem, für welche Abdichtungsart du dich entscheidest, brauchst du unterschiedliche Werkzeuge und Materialien. In jedem Fall solltest du gängige Werkzeuge wie Spachtel, Pinsel oder Quast sowie eine Wasserwaage und ein Cuttermesser bereitlegen.

 
 

3. Schritt: Boden- & Wandabdichtung: So gehst du vor

Fliesen oder der Anstrich sind tatsächlich nur die oberste Schicht. Die Abdichtung hingegen geschieht unsichtbar im Untergrund. Genau deshalb beginnt auch jede umfassende Badezimmer-Renovierung mit der Flächenabdichtung.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, mit denen du dein Bad selbst abdichten kannst: 1) Dichtschlämme oder 2) Duschdichtanstrich und 3) Abdichtungsbahn.

Selbstverständlich lassen sich für eine maximale Sicherheit auch zwei Dicht-Möglichkeiten in einem Badezimmer kombinieren: Denkbar wäre es, erst den Boden mit einer Dichtschlämme zu stabilisieren und ihn anschliessend mit Abdichtbahnen zu verschliessen – oder erst eine Dichtbahn anzubringen und diese dann mit Schlämme zu sichern.

1) Dichtschlämme: Der Klassiker zum Bad abdichten

Trage die Dichtschlämme in mindestens zwei Schichten auf, bis eine Gesamtdicke von 3-4 mm erreicht ist. Nutze dafür einen Spachtel oder Quast und arbeite möglichst gleichmässig. Achte zudem darauf, die Schlämme in kreuzweisen Bewegungen aufzutragen. So lassen sich Luftblasen effizient vermeiden. Prüfe nach dem Auftragen dennoch unbedingt, ob Blasen entstanden sind und streiche diese sofort glatt.

Zwischen dem Auftragen der Schichten muss die Schlämme etwa 3 Stunden trocknen.

Nach der letzten Schicht sollte die Dichtschlämme bis zu 4 Tage trocknen, bevor du die Fliesen oder einen anderen Wand- oder Bodenbelag anbringst.

4. Schritt: Besonderheiten: Dusche, Badewanne, Waschbecken

Neben Wänden und Böden gibt es beim Bad abdichten einige Besonderheiten: Denn gerade die Bereiche rund um Dusche, Badewanne und Waschbecken sind besonders anfällig für Feuchtigkeitsschäden.

Dusche abdichten

Die Dusche ist einer der feuchtesten Bereiche im Bad und entsprechend anfällig für Schimmel und Wasserschäden aller Art. Für den Boden rund um die Dusche genau wie für die Wand hinter der Dusche empfehlen wir eine wasserabweisende Dichtfolie – ggf. in Kombi mit Dichtschlämme oder einem Duschdichtanstrich. Diese verhindern unter den Fliesen das Eindringen von Feuchtigkeit in den Untergrund.

Verwende für die Abdichtung der Dusche ein geeignetes Dichtband, das sich entlang der Übergänge zwischen Duschwanne und Wand anbringen lässt. Dieses Dichtband schützt die Fugen vor Feuchtigkeit. Nachdem das Dichtband befestigt ist, trage Sanitärsilikon entlang der Fugen zwischen Wand und Duschwanne auf. Achte darauf, die Silikonschicht gleichmässig und ohne Lücken aufzutragen.

Waschbecken abdichten

Auch die Abdichtung des Waschbeckens ist entscheidend, um Feuchtigkeitsschäden im Badezimmer zu vermeiden. Beginne mit der Grundierung der Wandflächen rund um das Waschbecken. Trage dann einen Dichtanstrich auf, der bis etwa 30 cm über dem Waschbeckenrand reicht.

Anhand von Dichtmanschetten lassen sich die Rohrdurchführungen abdichten. Erst danach kannst du die Fliesen verlegen oder der Wand einen Anstrich verpassen. Achte unbedingt darauf, dass die Übergänge zur Wand und zu den Arbeitsflächen sorgfältig mit Silikon versiegelt sind. So lässt sich verhindern, dass Wasser hinter die Verkleidung gelangt und dort Schäden verursacht.

5. Schritt: Trocknungszeit und Nachkontrolle: Geduld zahlt sich aus

Beim Bad abdichten ist Geduld entscheidend, besonders bei den Trocknungszeiten. Unsere Fachpersonen empfehlen, folgende Abstände einzuhalten:

  • Grundierung: mindestens 2 bis 4 Stunden
  • Abdichtung, z. B. mit Dichtschlämme oder Dichtanstrich: zwischen den Schichten sind etwa 3 Stunden Trockenzeit notwendig, nach dem letzten Auftrag bis zu 4 Tage, bevor mit dem Verfliesen begonnen werden kann
  • Silikondichtungen: Lasse sie mindestens 24 Stunden aushärten, bevor sie belastet werden

Dank ausreichenden Trocknungsperioden lassen sich spätere Feuchtigkeitsschäden vermeiden und du erreichst in deinem Bad eine dauerhafte Abdichtung.

Häufige Fragen rund ums Bad abdichten

Rund ums Bad abdichten können viele Fragen auftauchen. Die häufigsten davon beantworten wir dir hier:

Ganzes Bad abdichten – oder nur die Dusche?

Ob du das ganze Badezimmer abdichtest oder nur die Dusche, hängt von mehreren Faktoren ab: Entscheidend ist beispielsweise der Zustand der Bausubstanz, die Grösse der Umbaumassnahme und wie gut dein Bad belüftet werden kann. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, empfiehlt es sich, das ganze Bad abzudichten. So schützt du alle Bereiche vor Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung.

Bad abdichten: Flüssigfolie oder Dichtbahn?

Flüssigfolie ist flexibel und eignet sich besonders für unebene oder komplexe Flächen, da sie einfach mit Pinsel oder Rolle aufgetragen wird. Sie trocknet schnell, was den Arbeitsprozess beschleunigt.

Dichtbahnen hingegen bieten einen robusteren Schutz und sind ideal für grosse, ebene Flächen. Sie werden verklebt und bieten sofort nach dem Anbringen eine sichere Abdichtung im Bad.

Wenn du schnell arbeiten möchtest, ist Flüssigfolie also meist die bessere Wahl. Für langfristige Sicherheit, besonders bei grösseren Flächen, sind Dichtbahnen empfehlenswerter.

Was muss im Bad alles abgedichtet werden?

Besonders wichtig sind die Bereiche rund um Dusche, Badewanne und Waschbecken, da hier das meiste Spritzwasser und Feuchtigkeit anfällt. Diese Bereiche sind besonders anfällig für Feuchtigkeitsschäden, daher müssen sie besonders gut geschützt werden.

Je nachdem, wie umfassend du dein Badezimmer abdichten möchtest, solltest du ausserdem an den Boden und die Wände denken. Nur so kannst du sicherstellen, dass keine Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringt. Mach dir idealerweise schon vor dem Abdichten Gedanken darüber, welche Bereiche im Bad du abdichten möchtest, um entsprechend budgetieren und planen zu können.

Was sind häufige Fehler beim Abdichten eines Badezimmers?

Zu den häufigsten Fehlern beim Abdichten von Bädern zählen:

  • Unsorgfältige Reinigung des Untergrundes. Achte auch eine saubere, trockene und staubfreie Arbeitsumgebung
  • Das Weglassen von Dichtbändern oder Dichtmanschetten an Ecken und Rohren führt rasch zu kostspieligen Feuchtigkeitsschäden
  • Das Nichteinhalten der empfohlenen Trocknungszeiten lässt sich durch einen Blick auf die Verarbeitungshinweise des Herstellers vermeiden

Beim Abdichten eines Badezimmers können bereits kleine Fehler später zu Feuchtigkeitsschäden, Schimmel oder kostspieligen Reparaturen führen. Die gute Nachricht ist: Durch eine sorgfältige Vorbereitung, eine umfassende Recherche beim Materialeinkauf und das Beachten der Herstellerangaben auf den verwendeten Produkten lassen sich die meisten Fehler ganz einfach vermeiden.

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung, passenden Materialien, einer sauberen Verarbeitung einer sorgfältigen Abdichtung ist dein Bad zuverlässig & langfristig vor Feuchtigkeit und den daraus entstehenden Schäden geschützt. Achte besonders auf kritische Bereiche wie Dusche, Badewanne und Rohrdurchführungen sowie auf die empfohlenen Trocknungszeiten. Wenn du die einzelnen Arbeitsschritte gewissenhaft ausführst, kannst du Schimmelbildung wirksam vorbeugen und lange Freude an deinem renovierten Badezimmer haben. Bist du bereit für dein Abdichtungsprojekt? Entdecke die passenden Materialien und Werkzeuge im Webshop oder lass dich von unseren Fachpersonen in deinem BAUHAUS Fachcenter beraten.