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Neue Fenster kaufen – darauf solltest du achten
Bei der Auswahl neuer Fenster, ob im Neubau oder bei der Sanierung, gilt es einiges zu beachten. Fenster müssen in erster Linie Wärme dämmen und eine Überhitzung der Innenräume verhindern. Sie sollten je nach Bedarf aber auch für Schallschutz sorgen oder Einbruchsversuchen standhalten – und dabei immer transparent bleiben. Was du bei der Auswahl der Fensterformen, Fensterrahmen und verschiedenen Fenstergläser für die unterschiedlichsten Anforderungen beachten musst, erfährst du in diesem Ratgeber zum Fensterkauf.
Darauf ist beim Fensterkauf zu achten
Egal, ob du neue Fenster für eine energetische Sanierung, einen Neubau oder den Austausch beschädigter Fenster benötigst: Lass dir beim Kauf ausreichend Zeit und überstürze nichts. Denn Fenster sind «die Augen des Hauses» und bestimmen massgeblich dessen Optik. Zudem sind Fensterflächen die Stellen, an denen kalte Aussenluft und warme Raumluft am nächsten zusammenliegen. Dadurch kann Wärme über das Glas, die Profile und undichte Dichtungen verloren gehen.
Es steht eine Vielzahl verschiedener Fensterformen, Rahmenmaterialien und -farben zur Auswahl – schon allein deshalb solltest du mit Bedacht vorgehen. Die wichtigsten Auswahlkriterien sind Fensterart und -form, der Wärmedämmwert des Glases sowie das Material der Fensterrahmen.
Das beste Fenster nützt allerdings nicht viel, wenn der Anschluss an die Hauswand nicht ebenfalls fachgerecht ausgeführt ist. Achte daher darauf, dass der Anschlussbereich sowohl oben und seitlich als auch im Fensterbankbereich fachgerecht und mit geeigneten Materialien ausgeführt wird. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Profilen, Leisten und Dämmstoffen, die die Arbeit erleichtern und ein optimales Dämmergebnis sowie ein ansprechendes Erscheinungsbild ermöglichen.
Beachte: Dichte Fenster erfordern eine ausreichende Lüftung der Räume. Empfohlen wird, zwei- bis dreimal täglich eine Stosslüftung durchzuführen.
Fensterarten und -formen
Wofür ist das Fenster bestimmt – für das Dachgeschoss, einen Wohnraum oder für Keller- und Nebenräume? Im Dachgeschoss hast du entweder die Möglichkeit, senkrechte Gaubenfenster einzusetzen und dadurch mehr Platz im Zimmer zu gewinnen. Oder du entscheidest Dich für schräge Dachfenster. Diese werden direkt ins Dach integriert und ermöglichen eine besonders gute Lichtausbeute.
Im ausgebauten Dachgeschoss sind Dachfenster mit Schwingfunktion (Schwingfenster Standard. Diese verfügen oben über einen Griff, und das Fenster bewegt sich beim Öffnen um die Mittelachse. Das Klapp-Schwingfenster schwingt ebenfalls um die Mittelachse und lässt sich zusätzlich über einen unten angebrachten Griff nach oben klappen – für freien Zugang und einen ungehinderten Ausblick durch das geöffnete Fenster.
Beachte: Für nicht ausgebaute Speicher, die lediglich als Abstell- oder Lagerraum dienen, gibt es sogenannte Handwerker- oder Notausstiege.
Für Wohnräume steht eine Vielzahl von Fensterformen zur Verfügung: klassisch rechteckige Fenster oder solche mit Rund- oder Stichbogen, dreieckige oder schräge Fenster, mit oder ohne Sprossen, ein- oder mehrflügelige Fenster sowie Fenster mit Unter- oder Oberlicht. Manchmal gibt jedoch auch die Maueröffnung die Form des Fensters vor. Von grosser Wichtigkeit ist deshalb, dass Du im Vorfeld die benötigten Masse korrekt ermittelst.
Für unbeheizte Keller- und Nebenräume, die nicht als Wohnraum genutzt werden, eignen sich Kellerfenster, etwa Kippfenster aus Kunststoff mit Isolierglas. Wird der Nutzkeller jedoch als Hobbyraum oder gar als Arbeitszimmer umgebaut, ist ein Austausch gegen dicht schliessende, moderne Fenster mit Wärmeschutzglas empfehlenswert.
Der Fensterrahmen
Hauptsächlich gibt es Fensterrahmen aus drei Materialien: Holz, Kunststoff oder Aluminium. Daneben sind auch Materialkombinationen erhältlich – etwa Holz-Aluminium-Fenster, die die ästhetischen Vorteile des Aluminiums mit den wärmedämmenden Eigenschaften des Holzes verbinden.
Beachte: Die Rahmenprofile bei Kunststofffenstern können unterschiedliche Bautiefen besitzen und sich in der Anzahl der Profilkammern unterscheiden. Je mehr Kammern vorhanden sind und je grösser die Bautiefe ist, desto effektiver lassen sich Wärmeverluste vermeiden. Oft wird die Wirksamkeit der Kammern zusätzlich durch eine Füllung aus Dämmschaum erhöht.
- Fensterrahmen aus Holz: Das klassische Holzfenster ist stabil und robust und sorgt für ein behagliches Wohnklima. Allerdings muss das Holz regelmässig mit Lasur oder Lack gepflegt werden.
- Fensterrahmen aus Kunststoff: Kunststofffenster sind langlebig, wartungsarm und einfach zu pflegen. Mit farbigen Lackierungen oder Dekorfolien hast Du die Möglichkeit, die Fenster farblich an die Fassade anzupassen.
- Fensterrahmen aus Holz-Aluminium: Aluminiumrahmen mit einem Innenleben aus Holz sind extrem langlebig, besonders pflegeleicht, stabil und belastbar.
Unterschiedliche Fensterverglasung
Mehr Wohnbehaglichkeit, weniger Heizkosten: Moderne Fenster mit zwei oder drei Scheiben schaffen helle, attraktive Wohnräume. Gleichzeitig hält eine hauchdünne, praktisch unsichtbare Edelmetallschicht auf den Glasscheiben die Raumwärme weitgehend im Haus. Massgeblich für den Wärmeschutz eines Baustoffs ist sein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Je niedriger dieser ist, desto geringer fällt der Wärmeverlust aus. Zur Vermeidung von Energieverlusten solltest du beim Fensterglas auf folgende Werte achten:
- Wärmeschutzglas mit zwei Scheiben und einem Ug-Wert von 1,1
- Hochwärmeschutzglas mit drei Scheiben und einem Ug-Wert von 0,7
- Hochwärmeschutzglas mit drei Scheiben und einem Ug-Wert von 0,5
Wärmeschutzglas oder Hochwärmeschutzglas bietet einen dreifachen Nutzen: Es schützt vor Wärmeverlusten, weil es die Heizenergie im Haus hält. Gleichzeitig lässt es Sonnenwärme ins Hausinnere und sorgt so für einen Energiegewinn von aussen – dadurch bleibt in der Übergangszeit die Heizung länger aus. Zum dritten lässt es im Gegensatz zu anderen Baustoffen genügend Tageslicht ins Haus.
Häufig stellt die Wohnsituation besondere Anforderungen an Fenster: Lärmgeplagte Grossstädter suchen beispielsweise zusätzlichen Schallschutz und/oder erhöhte Sicherheit. Weil es beim Schall- und Einbruchschutz jedoch immer auf das Gesamtelement «Fenster» ankommt, empfiehlt sich hier der Einbau eines kompletten Mehrfunktionsfensters.
FAQ: Häufige Fragen rund um Fenster
Was ist besser: Kunststofffenster, Holzfenster oder Aluminiumfenster?
Welches Fenstermaterial besser geeignet ist, hängt von deinen Anforderungen, deinem Budget und dem gewünschten Erscheinungsbild ab. Kunststofffenster sind pflegeleicht, langlebig, wetterbeständig und bieten eine gute Wärmedämmung, weshalb sie sich für viele Wohnbereiche eignen. Holzfenster überzeugen durch ihre natürliche Optik und eignen sich besonders, wenn dir eine hochwertige, wohnliche Gestaltung wichtig ist, benötigen jedoch regelmässige Pflege. Aluminiumfenster sind besonders robust, langlebig und formstabil und eignen sich gut für moderne Gebäude mit grossen Fensterflächen. Vergleiche beim Kauf neben dem Material auch Wärmedämmung, Verglasung, Einbruchschutz, Pflegeaufwand und Preis.
Wie messe ich ein Fenster richtig aus?
Beim Ausmessen solltest du die Breite und Höhe der Fensteröffnung an mehreren Stellen messen, da Öffnungen nicht immer exakt gleich gross sind. Miss jeweils oben, in der Mitte und unten beziehungsweise links, in der Mitte und rechts und notiere jeweils das kleinste Mass. Zusätzlich solltest du die Einbausituation, die Rahmenbreite und die Öffnungsrichtung berücksichtigen. Bei einem Fensteraustausch ist es wichtig, zwischen dem Mass der bestehenden Fenster, dem Rahmenaussenmass und dem tatsächlichen Maueröffnungs- beziehungsweise Bestellmass zu unterscheiden. Wenn du unsicher bist, solltest du die Masse vor der Bestellung nochmals fachgerecht überprüfen lassen, damit das neue Fenster passgenau bestellt werden kann.
Wann sollte ich meine Fenster austauschen und worauf sollte ich beim Kauf achten?
Ein Fensteraustausch kann sinnvoll sein, wenn deine Fenster undicht sind, sich häufig Kondenswasser bildet oder die Wärmedämmung deutlich nachlässt. Auch Zugluft, beschädigte Rahmen oder schwer bedienbare Beschläge können Anzeichen dafür sein, dass ein Austausch sinnvoll ist. Achte beim Kauf insbesondere auf eine gute Wärmedämmung, die passende Verglasung, die Fenstermasse und eine für dein Gebäude geeignete Konstruktion. Je nach Standort können zudem Schallschutz, Einbruchschutz, Sonnenschutz und die Öffnungsart wichtige Kriterien sein. Vergleiche deshalb nicht nur den Preis, sondern auch die technischen Eigenschaften und die langfristigen Anforderungen an Pflege und Energieeffizienz.
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