Oft nehmen wir sie kaum wahr oder empfinden sie als lästig: Insekten. Dabei sind sie unverzichtbare Helfer in unseren Gärten: Sie bestäuben Pflanzen, Obst und Gemüse, bekämpfen Schädlinge, verwerten Gartenabfälle, verbessern die Struktur und den Nährstoffgehalt unserer Böden und halten das ökologische Gleichgewicht im Takt. Wer seinen Garten insektenfreundlich gestaltet, tut damit nicht nur etwas für die Biodiversität, sondern sorgt auch für ein gesundes, lebendiges Ökosystem direkt vor der Haustür. Wir verraten dir, welche Insekten bei dir umhersurren und was du tun kannst, um einen insektenfreundlichen Garten zu gestalten.
Kennst du die häufigsten Krabbeltiere?
Es ist im Grunde ganz einfach: Ohne Insekten gäbe es keinen funktionierenden Garten. Viele Arten arbeiten uns quasi „im Verborgenen“ zu und tragen wesentlich zur Pflanzenvielfalt und Bodenqualität bei. Kennst du die häufigsten Insekten, die in unseren Schweizer Gärten umherfliegen und -krabbeln?
4 Tipps: So gestaltest du deinen Garten insektenfreundlich
Ein naturnaher Garten ist das beste Zuhause für Insekten und Nützlinge. Mit ein paar einfachen Massnahmen lässt sich bereits ein echtes Naturparadies schaffen. Hier die wichtigsten Tipps für mehr Insektenvielfalt im Garten oder auf dem Balkon:
Insektenfreundliche Pflanzen: Einheimisch, nektarreich, natürlich
In Gärtnereien, Baumärkten und Gartencentern ist die Auswahl an Pflanzen immens. Welche eignen sich jedoch am besten für einen insektenfreundlichen Garten? Ganz einfach: Einheimische Pflanzen bieten die Lebensgrundlage für einheimische Insekten. Gerade Schmetterlinge, Wildbienen und Raupen haben sich oft auf gewisse Pflanzen spezialisiert und brauchen genau diese Pflanzen für die Fortpflanzung und als Nahrungsgrundlage. Die gute Nachricht: Unsere heimische Pflanzenwelt ist unglaublich artenreich. Da ist bestimmt für jeden Geschmack die passende Blume dabei.
Auch die Blüte ist ein wichtiger Anhaltspunkt: Offene, ungefüllte Blüten erlauben es den Insekten an den nährreichen Nektar zu kommen. Rosen, Pfingstrosen und Dahlien zum Beispiel sind auch ungefüllt in wunderschönen Farben erhältlich.
Vielfalt fördern für unterschiedliche Lebensräume
Obwohl Insekten als Bestäuber unerlässlich sind, schrumpft deren Bestand immer mehr, auch weil die Vielfalt an Lebensräumen in unseren Gärten fehlt. Denn Blumen alleine sind eben nicht genug, um ein Insektenparadies zu schaffen. Welche Lebensräume sonst noch im naturnahen Garten zu finden sein sollten? Wir haben den Überblick:
- Blühflächen dienen als Nahrungsquelle und Brutstätte und locken allerhand Insekten an
- Hecken bieten Insekten, Säugetieren und Vögeln sowohl Unterschlupf als auch Jagdrevier
- Laub-, Totholz- und Steinhaufen bieten Nist- und Rückzugsorte
- Sandflächen und Lehm liefern Nistmaterial und dienen bodennistenden Insektenarten als Kinderstube
- Wasserschalen oder Feuchtgebiete stillen den Durst und sind gerade in Trockenperioden wertvoll. Da viele Insekten auf den glatten Teichfolien keinen Halt finden, sollten Steininseln oder Hölzer den Zugang zum Wasser erleichtern
- Die «wilde Ecke» im Garten darf aktiv verwildern. Kein Pflanzenschutzmittel, kein Rasenmäher und auch das Laub bleibt liegen. Ein wahrer Insektenmagnet!
- Vermeide Monokulturen und pflanze stattdessen einen bunten Mix aus Nektarblumen, Gräsern, Hölzern und Stauden.
- Trockenmauern und Steinflächen sind für Insekten aber auch für Amphibien tolle Verstecke und Jagdreviere.
Diese Dinge sind zu vermeiden
Trotz bester Absichten können bestimmte Gartenpraktiken Insekten erheblich schaden. Wer seinen Garten oder Balkon insektenfreundlich gestalten möchte, sollte daher auch auf einige No-Gos achten:
- Exotische Zierpflanzen: Sie sehen hübsch aus, bieten aber meist weder Pollen noch Nektar für heimische Insekten. Ein weiteres Problem ist die schnelle Verbreitung mancher Exoten, welche bald auch ausserhalb des Gartens die einheimische Pflanzenwelt unkontrolliert verdrängen kann (Neophyten. Ein grosses Problem für die Biodiversität in der Schweiz.
- Sterile Rasenflächen: Der perfekt geschnittene, einheitsgrüne Rasen ist für Insekten ein „grünes Ödland“ und er bietet ihnen kaum Lebensraum. Setze daher auf Vielfalt statt auf Perfektion. Eine Blumenwiese ist viel wertvoller und mindestens genauso schön anzusehen.
- Häufiges Rasenmähen: Um die Biodiversität im eigenen Garten zu fördern, sind Rasenflächen und Wiesen eher selten und nicht zu kurz zu schneiden. Mähroboter am besten nur tagsüber fahren lassen, damit sie nicht versehentlich Kröten, Igel und andere nachtaktive Kleintiere überfahren.
- Laubsauger, Trimmer, Unkrautbrenner: Diese Geräte töten viele Kleinstlebewesen und Mikroorganismen in unseren Gärten. Am besten möglichst selten oder gar nicht einsetzen
- Lichtverschmutzung: Dauerbeleuchtung in der Nacht stört den Biorhythmus vieler nachtaktiver Insekten. Stelle die Lichtquellen aus, sobald du selbst ins Bett gehst.
- Versiegelte Flächen: Betonierte Wege und Terrassen sowie sterile Steingärten bieten keine Nahrung und kaum Lebensraum für Krabbeltiere. Wie wäre es stattdessen mit Naturstein mit Fugen oder Rindenmulch?
Fazit: Kleine Massnahmen – grosser Unterschied
Ob in den Alpen, im Mittelland oder im Jura – die Schweizer Insektenwelt ist artenreich, aber auch bedroht. Viele wichtige Helfer wie Wildbienen, Marienkäfer oder Schwebefliegen könnten aber in naturnahen Gärten überleben – insofern sie dort passende Lebensräume vorfinden.
Ein insektenfreundlicher Garten braucht keine grossen Flächen – nur ein bisschen Planung, Geduld und Naturverbundenheit. Heimische Pflanzen, natürliche Strukturen und der Verzicht auf Chemie schaffen kleines Naturrefugium für Hunderte nützliche Insekten – direkt vor deiner Tür. Und auch dein Garten profitiert, denn gesunde Insekten bedeuten einen gesunden Garten – lebendig, bunt und voller Leben.







