Löcher richtig bohren: In 5 Schritten zum perfekten Bohrloch

Ein Loch in die Wand bohren: Das ist gar nicht schwierig und sollte kein Problem darstellen – schließlich zählt es zu den häufigsten Arbeiten beim Heimwerken. Erfahre hier, wie Du bestmögliche Bohrergebnisse erzielst und Strom-, Gas- und Wasserleitungen sicher umgehst.

Schritt 1: Nach Leitungen in der Wand suchen

Egal ob im Flur, Wohnzimmer oder Bad: Strom-, Wasser- und Gasleitungen können praktisch hinter jeder Wand liegen. Daher solltest Du vorher immer überprüfen, ob Du an der angedachten Stelle überhaupt bohren darfst. Das klappt am sichersten mit einem Ortungs- bzw. Leitungssuchgerät – mehr dazu unten in der Infobox.

Falls Du keinen Detektor zur Hand hast, kannst Du Dir – ohne Gewähr! – folgendermaßen behelfen: Fachgerecht verlegt führen Stromkabel normalerweise waagerecht etwa 30 Zentimeter unterhalb der Decke bzw. 30 Zentimeter oberhalb des Bodens in der Wand entlang. Diese sogenannte Installationszone ist Sperrgebiet für Bohrer! Ebenso tabu: der senkrechte Bereich ober- und unterhalb von Steckdosen sowie Lichtschaltern. Neben Fenstern und Türen verlaufen Leitungen meist in einem Abstand von rund 15 Zentimetern.

Schritt 2: Beschaffenheit der Wand prüfen

Nun gilt es herauszufinden, um welche Art Wand es sich überhaupt handelt. Das ist entscheidend dafür, welchen Bohrer und Dübel Du nehmen musst. Naheliegend ist eine Klopfprobe. Hört es sich hohl an, handelt es sich wahrscheinlich um eine Gipskarton- oder Holzwand. Dumpfe Töne deuten auf einen Massivwand hin. Um ganz sicherzugehen, kannst Du eine Probebohrung mit einem 6-Millimeter-Steinbohrer ohne Schlag ausführen.

  • Ist der Widerstand stark und das Bohrmehl grau, spricht das für Beton (leichter Widerstand: Gasbeton oder Gipskarton).
  • Weißes Bohrmehl und starker Widerstand deuten auf Kalksandstein hin.
  • Ist der Widerstand gering und das Bohrmehl rot, spricht das für Ziegelstein.

Stellt sich nur noch die Frage: Welche Bohrmaschine für welche Wand verwenden?

  • Für „leichte” Wände (Gips und Holz) genügt eine herkömmliche Bohrmaschine ohne Schlagfunktion.
  • Für Naturstein und Backsteinziegel sollte es eine Schlagbohrmaschine sein.
  • Für harten Beton ist der kraftvolle Bohrhammer das Werkzeug der Wahl.

Schritt 3: Bohrer und Dübel auswählen

Die Beschaffenheit der Wand gibt die Wahl des Bohrers vor: Holz-, Stein- oder Metallbohrer. Auch die Wahl des Dübels ist abhängig von der Wand. Bei einer Massivwand ist ein Universaldübel meist ausreichend. Ansonsten ist ein Spreizdübel für Beton empfehlenswert. Befindet sich hinter der Wand ein Hohlraum, muss es ein Hohlraumdübel sein, der hinter der Wand auseinanderklappt und sich so verankert. Welcher Dübel sich für welche Wand eignet, steht auch immer auf der Verpackung.

Jetzt gilt es, die Größe des Bohrers und damit den Durchmesser des Bohrlochs an den Dübel (und die Schraube) anzupassen. Bist Du Dir unsicher, wähle zunächst einen kleineren Bohrer. Denn das Loch im Durchmesser später zu vergrößern, indem Du einen größeren Bohrer nimmst, ist kein Problem. Entscheidend ist am Ende, dass der Dübel fest im Bohrloch sitzt. Ist das Loch wirklich zu groß geraten, füllst du es anschließend mit etwas Spachtelmasse aus, drückst den Dübel hinein und wartest einen Moment ab, bis die Masse etwas fest ist.

Schritt 4: Anzeichnen und Bohrlochtiefe festlegen

Wichtig ist nun, dass Du die Bohrstelle exakt einzeichnest. Auf Putz oder Tapete geht das direkt mit einem herkömmlichen Bleistift, auf glatten Oberflächen wie Fliesen(fugen) empfiehlt es sich, ein Stück Kreppband anzubringen und erst dann einzuzeichnen. Der Vorteil dabei ist zudem, dass Du beim Bohren nicht so leicht abrutschst.

Falls Du das Loch bis zu einer bestimmten Tiefe bohren willst, Deine Maschine aber keinen verstellbaren Tiefenanschlag hat, kannst Du Dir ebenfalls mit einem Stück Klebeband behelfen. Du bringst es einfach am Bohrer an der Stelle an, bis zu der er in der Wand verschwinden soll. Die Tiefe des Bohrlochs sollte indes etwas größer sein als der Dübel lang ist. So vermeidest Du, dass er am Ende hinausragt.

Schritt 5: Loch in die Wand bohren

So, jetzt kannst Du endlich die Bohrmaschine ansetzen und loslegen: behutsam und ohne viel Druck. Und erstmal ohne Schlag – es sei denn, Du hast eine Steinmauer vor Dir. Stehe frontal zur Wand, achte auf einen festen Stand und halte die Bohrmaschine im rechten Winkel.

Beginne nicht gleich mit voller Umdrehungszahl und bewege den Bohrer gleichmäßig leicht vor und zurück. Tipp: einen geöffneten Briefumschlag unter dem Bohrloch befestigen, um den Bohrstaub aufzufangen, oder eine zweite Person bitten, direkt den Staubsauger anzusetzen.

Ist das Loch gebohrt, befreie es mit dem Staubsauger von Rückständen. Drücke den Dübel hinein, der im idealfall gerade so hineinpasst. Fehlen gefühlt Millimeter, stecke die Schraube schon mal in den Dübel und klopfe vorsichtig mit einem Hammer den Dübel damit in die Wand. Jetzt kannst Du die Schraube hineindrehen – und aufhängen, was immer Du möchtest.

Ortungsgeräte: So findest du Leitungen in der Wand

Was, wenn ich aus Versehen doch in eine Leitung bohre? Diese Befürchtung hatte bestimmt jeder und jede schon mal. Aber lass’ Dich davon keinesfalls abhalten, selbst die Bohrmaschine in die Hand zu nehmen. Du musst lediglich herausfinden, wo genau die Leitungen unter dem Putz liegen.

Mit einem Ortungsgerät bist Du immer gut beraten. Die handlichen Leitungssucher sind leicht zu bedienen, werden langsam und mehrmals an der Wand entlang über die angedachte Bohrstelle geführt und erkennen so Eisen, Kupfer und Holz. Schlägt der Leitungsdetektor akustisch und optisch Alarm, gilt: Diesen Bereich meiden!

Wenn Du es ganz genau wissen möchtest, greife zu einem professionellen Wallscanner. Dieser zeigt an, wie tief die Leitung in der Wand steckt, und kann mittels Radarsensorik sogar Wasserleitungen aus Kunststoff erkennen.

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