Sprossen und Microgreens: Superfood zum Selberzüchten

 

Sie stecken voller Nährstoffe und brauchen kaum Platz: Das Grün von Sprossen und Keimlingen – Microgreens – lässt sich einfach zuhause ziehen, auf Balkon oder Fenstersims.

 

In Microgreens steckt die ganze Kraft der Pflanze. Das Babygrün von Borretsch, Kresse, Radieschen & Co. enthält eine hohe Dichte an Nährstoffen und Aromen. Am besten ist es, die Mini-Pflänzchen zuhause zu kultivieren; so lassen sie sich immer frisch ernten. Denn je frischer das Babygrün, umso mehr Vitalstoffe sind in ihm enthalten. Die Aufzucht von Microgreens ist anspruchslos und funktioniert sowohl mit als auch ohne Substrat.

 

Eine Biosphäre für Sprossen

Die wichtigste Regel: nie austrocknen lassen! Samen keimen nur bei konstanter Feuchtigkeit. Schon ein paar Stunden Trockenheit kann einen Keimling verkümmern lassen. Am sichersten ist deshalb die Aufzucht in einer Schale mit (lichtdurchlässigen) Deckel oder einem speziellen Sprossenglas, das ohne Substrat funktioniert.

In dieser kleinen Biosphäre haben die Keimlinge immer genug Feuchtigkeit. Ausserdem gibt es spezielle Keimsiebe, bei denen die Mini-Wurzeln der Microgreens im Wasser stehen. Der Vorteil: Die Blättchen lassen sich einfach herausziehen und müssen nicht noch von Erde gesäubert werden. Der Nachteil: «Wassersprossen» brauchen jeden Tag frisches Wasser, sonst kann sich Schimmel bilden.

Mini-Gewächshaus für Sprossen

In der Aufzuchtschale werden die Samen nach Anleitung locker ausgesät, dazu verwendet man spezielle Aufzuchterde oder kauft sich gleich ein Set inklusive Substrat. Um die Körnchen nicht wegzuschwemmen, sollte man die Erde nicht mit der Giesskanne, sondern mit dem Sprüher feucht halten. Unter dem Deckel können die Sprossen nun in aller Ruhe wachsen und lassen sich stetig ernten und neu säen. Wer die Microgreens im Freiland bzw. in Töpfen ziehen möchte, kann die Samen in den ersten Tagen ebenfalls abdecken. Danach die Sprossen stets feucht halten.

 

"Die Erde sollte man nicht mit der Giesskanne, sondern mit dem Sprüher feucht halten"

 

 

Deshalb sind Sprossen und Microgreens so gesund

 

Sogenannte Microgreens sind essbare Gemüsepflanzen, die ganz frisch aus dem Samen spriessen. Das Grünkraut dieser Keimlinge – auch Blattgrün, Babygrün oder eben Mikrogrün genannt – ist eine wahre Nährstoffbombe.

 

Ob Mangold, Broccoli oder Fenchel: Jedes Gemüse startet winzig klein, nämlich als Samen. Beginnt dieser zu keimen, wachsen zunächst kleine Blätter. Ihre Aufgabe ist es, mithilfe von Chlorophyll (Blattgrün) aus Sonnenlicht Glucose (Zucker) für das weitere Wachstum herzustellen: die berühmte Photosynthese. Ein «Nebenprodukt» der Photosynthese ist übrigens Sauerstoff – ein Grund mehr, jegliches Grünzeug wertzuschätzen.

Doch zurück zu den Blättchen, die gerade erst das Licht der Welt erblickt haben. Sie verfügen über eine hohe Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen. 100 Gramm Microgreens enthalten viel mehr Nährstoffe als 100 Gramm «ausgewachsenes» Gemüse. Aber auch Chlorophyll, ätherische Öle sowie weitere pflanzeneigene Stoffe sind für uns Menschen gesund, unter anderem für die Blutbildung und das Immunsystem. Zum Verzehr geeignet sind vor allem frisch geerntete Microgreens, während abgepackte Sprossen häufig mikrobiologisch belastet sind.

 

Gesund, dekorativ und aromatisch

Microgreens sind nicht nur wahre Nähstoff-, sondern dank ihrem hohen Anteil an ätherischen Ölen auch Geschmacksbomben. Das Aroma hängt von der Pflanzensorte ab. So schmecken Microgreens von Radieschen zum Beispiel scharf-würzig, von Bockshornklee curryartig und von Amaranth süsslich-nussig.

Die grünen Winzlinge lassen sich in der Küche vielfältig einsetzen und werten eine Mahlzeit auch optisch auf. So passen sie zum Beispiel hervorragend zu Bratkartoffeln, Suppen oder Ofengemüse. Wichtig ist, das Babygrün nicht zu kochen, sondern es erst als Finish über das Essen zu streuen. Sonst verliert es einen grossen Teil der Vitalstoffe. Besonders gut passen Microgreens in Salate sowie mild-süssliche Sorten ins Müesli; auch (grüne oder fruchtige) Smoothies peppen sie auf. Ganz klassisch aufs Butterbrot gestreut, sind Kresse & Co. ebenso unwiderstehlich.

 

"Die grünen Winzlinge lassen sich in der Küche vielfältig einsetzen"

 

 

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