Gartenhaus streichen

Um die Holzoberfläche einer Gartenlaube in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und sie vor Umwelteinflüssen zu schützen, können Sie zu Lasuren, Holzlacken oder Holzschutzfarben greifen. Bei der Auswahl des richtigen Anstrichs sind drei Details wichtig: die Holzart, der zu erzielende Schutzeffekt und der gewünschte Farbton.

Beachten Sie: Achten Sie beim Umgang mit Lacken, Lasuren und Holzschutzmitteln auf die geltenden Sicherheitsregeln, andernfalls riskieren Sie ernste Gesundheitsschäden. Auf der Rückseite jedes Gebindes finden Sie Hinweise zu Inhaltsstoffen, Gefahren und Schutzmassnahmen.

Anleitung

1. Lasur, Holzlack oder Holzschutzfarbe?

Lasuren erhalten die offenen Poren von Holz ebenso wie dessen Maserung, sind aber auch schwach pigmentiert. Dadurch bieten normale Lasuren in der Regel nur einen geringen Schutz gegen das Vergrauen von Holz durch UV-Strahlung. Um dem vorzubeugen, gibt es spezielle Lasuren für den Aussenbereich – zum Beispiel Imprägnierlasur, Holzschutzlasur, Dauerschutzlasur oder Holzschutzgrund. Diese sind wetterfest, UV-beständig, feuchtigkeitsregulierend und Wasser abweisend.

Holzlacke eignen sich für alle Holzarten. Sie sind stark pigmentiert und bieten dadurch einen hervorragenden UV-Schutz, überdecken aber die Maserung des Holzes. Die Farbauswahl ist hier am grössten, oft lassen sich gewünschte Töne sogar individuell zusammenstellen. Anders als bei Lasuren können zudem dunkle Untergründe auch mit hellen Tönen überstrichen werden. Lacke eignen sich sehr gut zur Renovierung alter Gartenhäuser, sind aber empfindlicher gegenüber mechanischen Belastungen als Lasuren – einen Kratzer sieht man im Holzlack also deutlicher.

Holzschutzfarbe vereint die Eigenschaften von Lack mit noch grösserem Widerstand gegen schlechte Witterungsverhältnisse und bietet Schutz für bis zu zehn Jahre. Ausserdem ist diese Spezialfarbe nicht nur hoch wetterbeständig und wasserdampfdurchlässig, sondern auch hoch elastisch. Das gibt dem Holz mehr Freiraum für seine natürlichen Quell- und Zugbewegungen. Nordische Farben wie Taubenblau oder Schwedenrot sorgen in Kombination mit weiss gestrichenen Details (etwa Fensterrahmen oder Dachgiebeln) für einen gemütlichen Eindruck. Grautöne verleihen Ihrem Gartenhaus dagegen einen eher modernen Look.

Beachten Sie: Aufgrund der neurotoxischen und immuntoxischen Wirkung setzen Sie Holzschutzmittel im Aussenbereich nur mit Bedacht ein und wenn es unbedingt nötig ist. In Innenräumen sind chemische Holzschutzmittel ohne Ausnahme überflüssig und schädlich!

2. Die Vorbereitung des Anstrichs: Reinigen und Abschleifen

Bevor Sie Ihrem Gartenhaus einen neuen Anstrich geben, sind einige Vorbereitungen nötig. Zunächst muss das Wetter stimmen – es sollte trocken sein und die Temperatur sieben Grad nicht unterschreiten. Vermeiden Sie die Arbeit in der prallen Sonne, das kann zu Bläschenbildung bei frischen Farbschichten führen. Das zu bearbeitende Holz muss komplett frei von Staub und Schmutz sein. Säubern Sie Ihr Gartenhaus also je nach Zustand mit einem Handbesen, einer Bürste oder einem Hochdruckreiniger. Achten Sie besonders darauf, Spinnweben vollständig abzufegen. Diese werden sonst leicht übersehen und hinterlassen dann beim Streichen hässliche Spuren. Harzreste am Holz können Sie mit Nitroverdünnung entfernen.

Muss vor dem neuen Anstrich erst noch eine alte Farbschicht abgetragen werden, verwenden Sie dazu einen Schwingschleifer (für grosse Flächen) oder einen Deltaschleifer (für kleinere Details). Vermeiden Sie dabei das Einatmen des Schleifstaubs, am besten tragen Sie eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille. Scharten und Löcher im Material können Sie mit Holzkitt für den Aussenbereich auffüllen. Hängen Sie danach möglichst alle Türen und Fenster des Gartenhauses aus und bocken diese auf. Dadurch lassen sich sowohl die Öffnungen am Haus als auch die ausgebauten Türen und Fenster wesentlich einfacher erreichen und bearbeiten.

3. Das Gartenhaus streichen: Imprägnierung und Grundierung

Legen Sie als erstes Folien um das Gartenhaus und die aufgebockten Bauteile aus, um die Untergründe vor Farbspritzern zu schützen. Holzteile, die nicht gestrichen werden sollen, werden mit Kreppband abgedeckt. Bei unbehandeltem Holz muss nach der Reinigung zunächst eine Imprägnierschicht aufgebracht werden. Dafür eignet sich Holzgrund, Holzschutzgrund oder Imprägnierlasur.

Verwenden Sie zum Aufbringen der Imprägnierschicht einen hochwertigen Pinsel für Wasserlacke und tragen Sie die Imprägnierung satt auf. Das Holz wird so witterungsbeständiger und erhält eine Schutzschicht gegen Bläue-, Pilz- und Insektenbefall sowie eine Basisgrundierung für den später folgenden Anstrich. Lassen Sie die Imprägnierung nach den Herstellerangaben vollständig trocknen.

Möchten Sie bestimmte Flächen in Weiss oder mit hellen Pastellfarben lackieren, müssen Sie in diesen Bereichen vor dem Deckanstrich noch eine, besser zwei Schichten Grundierung auftragen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass aus dem Inneren des Holzes Stoffe austreten und mit der Zeit helle Lackschichten vergilben. Lassen Sie diese Grundierung über Nacht trocknen.

4. Das Gartenhaus streichen: Deckanstrich

Nun können Sie mit dem Auftragen des eigentlichen Deckanstrichs beginnen. Sparen Sie nicht an der Pinselqualität: Verwenden Sie einen hochwertigen Flächenstreicher! So reduzieren Sie das Haaren des Pinsels und sorgen für einen sauberen und trotzdem schnellen Anstrich. Alternativ dazu können Sie auch zu einem Farb- oder Lackier-Roller greifen.

Arbeiten Sie in langen Zügen mit kurzen Pausen. Sollten Farbnasen entstehen, verstreichen Sie diese schnell. Achten Sie auf einen gut deckenden Anstrich auch bei Stirnhölzern, Ritzen und schwer zugänglichen Winkeln. Beginnen Sie immer mit dem Farbton der grösseren Flächen und streichen erst am Ende kleinere Dekorelemente wie Tür-, Fensterrahmen, Dachgiebel, etc. Je nach Witterung und verwendetem Anstrichmaterial lassen Sie die erste Farbschicht nun vier bis zwölf Stunden trocknen (Herstellerangaben beachten). Danach folgt der zweite Anstrich – dieser sorgt für perfekten Farbauftrag und ein überzeugendes Ergebnis. Nach einer weiteren Nacht zum Trocknen ist das Gartenhaus wieder vollständig nutzbar.

Zum Schluss steht noch die Reinigung der Werkzeuge an. Wasserbasierte Lasuren und Lacke lassen sich mit Wasser und ein wenig Spülmittel gut auswaschen. Bei lösemittelhaltigen Lasuren und Lacken greifen Sie stattdessen zu Terpentinersatz oder einem Pinselreiniger.

Tipp

Lackarten

Es gibt drei wichtige Lackarten: Acryl-, Naturharz- und Kunstharzlacke. Acryllacke sind lösungsmittelarm und wasserverdünnbar. Sie sind geruchsarm und schnell zu verarbeiten und eignen sich für Holz, Metall sowie Kunststoff. Bei Naturharzlacken werden als Bindemittel pflanzliche und tierische Rohstoffe verwendet. Kunstharzlacke können Sie besonders für Tische, Stühle und andere Oberflächen verwenden, die einer ständigen Belastung ausgesetzt sind. Mit Kunstharzlacken schaffen Sie eine gegen Schmutz und Kratzer unempfindliche Oberfläche.

Gartenhaus streichen: das richtige Werkzeug

Neben einem sorgfältigen Lack- beziehungsweise Lasur-Auftrag, ist die Auswahl und Qualität des geeigneten Werkzeuges für ein gutes Ergebnis entscheidend. Mit hochwertigen Pinseln und Farbrollen sparen Sie Zeit, vermeiden Ärger und Enttäuschungen – und sie lackieren besser. Rühren Sie den Lack oder die Lasur mit einem Rührstab gut durch und verwenden Sie eine Farbwanne mit Wechsel-Einsätzen. Diese erleichtern vor allem die Arbeit mit Lackrollen: Flockwalzen sind für Acryllacke, Schaumwalzen für Kunstharzlacke geeignet. Pinsel mit Naturborsten (China- oder Schweinsborsten) benutzen Sie für lösungsmittelhaltige Farben und Lacke. Für wasserverdünnbare Acryllacke verwenden Sie Pinsel mit Kunsthaarborsten. Zum Auftragen der Lasur nehmen Sie am besten spezielle Lasurpinsel.

Werkzeug + Material

  • Arbeitskleidung (Atemschutzmaske, Schutzbrille, Handschuhe)
  • Abdeckfolie
  • Deltaschleifer oder Schwingschleifer
  • Flächenpinsel für Wasserlacke
  • Grundierung
  • Handfeger, Bürste oder Dampfreiniger
  • Holzbock (mindestens zwei)
  • Holzimprägnierung für den Aussenbereich
  • Holzkitt für den Aussenbereich
  • Lasur, Holzlack oder Holzschutzfarbe
  • Malerkrepp
  • ggf. Nitroverdünnung
  • Schaber (für Holzkitt)
  • Schleifpapier für Delta- oder Schwingschleifer (grobe Körnung)
  • ggf. Spülmittel, Terpentinersatz oder Pinselreiniger
  • Tuch