Wandplättli verlegen und verfugen

Pflegeleichter Plättlibelag an den Wänden überzeugt nicht nur in punkto Belastbarkeit und Beständigkeit: Spielraum für individuelle Gestaltung bieten zudem die unterschiedlichsten Formen, Farben und Oberflächenstrukturen an keramischen Belägen. Eine genaue Planung, entsprechendes Material und Werkzeug sowie handwerkliches Geschick bei der Verlegung sind die Voraussetzungen für ein einwandfreies Ergebnis.

Anregungen, Tipps und eine grosse Auswahl an Plättli in vielen verschiedenen Materialien, Formaten, Dekoren und Designs bietet die Plättli–Abteilung  von BAUHAUS. Mustertafeln zeigen Verlegebeispiele und Anwendungsmöglichkeiten. Die Plättliausstellungen bieten ausgesuchte, attraktive Anwendungsbeispiele aus Wohn- und Badezimmerwelten.

Anleitung

1. Plättlieinteilung

Bevor Sie mit dem Verlegen der Wandplättli beginnen, sollten Sie zunächst die Aufteilung so planen, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Möchten Sie deckenhoch Plättli, markieren Sie bei rechtwinkligen Räumen mit einem Senklot die Mitte und richten die Plättli daran aus. Dabei unbedingt die Grösse der Randplatte beachten: Eine halbe Plättlibreite sollte diese mindestens haben.

Wollen Sie bei der Wand nicht bis zur Decke hoch Plättli, beginnen Sie unten mit dem Verlegen.

Wenn Sie dagegen eine festgelegte Höhe haben, beginnen Sie oben mit ganzen Plättli und verlegen unten die angeschnittenen. Markieren Sie hierzu die Höhe des Plättlispiegels mit Hilfe einer Wasserwaage und kleben diese mit einem Kreppband ab. Wenn Sie später den Plättlikleber aufbringen und dann das Klebeband abziehen, haben Sie so einen präzisen Ansatzpunkt für die erste Plättlireihe.

Müssen Sie Plättli „über Eck“ verlegen, verwenden Sie an den Aussenkanten ganze Plättli und in den Innenecken die zugeschnittenen Plättli – hier fallen sie weniger auf. Denken Sie beim Zuschnitt immer auch an die Eckfugen, die später mit Silikon verfugt werden.

2. Untergrund richtig vorbereiten

Plättli an den Wänden können auf nahezu allen Untergründen im sogenannten Dünnbett-Verfahren verlegt werden. Vorausgesetzt, der Untergrund ist tragfähig, eben, trocken, fett- und staubfrei. Behandeln Sie deshalb die Wandfläche am besten mit einer Grundierung vor. Anschliessend gut trocknen lassen. Beim Verlegen von Plättli in Bad & Co. tragen Sie zudem eine weitere wasserfeste Sperrschicht auf. Sonst kann es zu Schäden durch Feuchtigkeit kommen. Spezielle Abdicht-Anstrichsysteme gibt es in Ihrem BAUHAUS.

Weitere Informationen finden Sie im BAUHAUS Ratgeber Untergrund für Wandbeläge vorbereiten.

3. Plättli bearbeiten und zuschneiden

Zum massgenauen Schneiden von Plättli eignet sich ein Plättli-Schneidgerät: Ritzen Sie die Platte an der gewünschten Stelle an und brechen diese über einer geraden Kante oder mit einer Plättli-Brechzange.

Für Rohrdurchführungen am Plättlirand oder mitten in einer Platte, bohren Sie dicht an dicht mit einem Steinbohrer Löcher innerhalb der markierten Linie. Brechen Sie die Aussparung vorsichtig mit einer Papageienzange heraus oder zerschlagen Sie die Zwischenstege mit einem Plättlihammer.

Alle Werkzeuge erhalten Sie im BAUHAUS.

4. Wandplättli verlegen

Tragen Sie den Plättlikleber mit einer Glättkelle dünn (ca. 5 mm) auf die ebene und grundierte Wandfläche auf und kämmen ihn mit einem Zahnspachtel durch. Schieben Sie die Platte nun mit leichtem Druck ins Kleberbett und richten sie aus. Für exakte und gleichmässige Fugenabstände, verwenden Sie Plättlikreuze aus Kunststoff. Kontrollieren Sie zwischendurch auch immer wieder mit der Wasserwaage den waagerechten Verlauf der Reihe – ist der Kleber noch feucht, können Sie noch korrigieren. Ist die gesamte Wandfläche verfliest, lassen Sie den Kleber mindestens zwölf Stunden aushärten.

Beachten Sie: Mischen Sie immer nur so viel Kleber an, wie Sie in ca. 30 Minuten verarbeiten können.

5. Wandplättli verfugen

Sobald der Kleber ausgehärtet ist, geht es ans Verfugen: Verteilen Sie mit einem Fug-Gummi oder Gummiwischer den Mörtel diagonal zum Plättlibelag. Wiederholen Sie den Vorgang bis die Fugen gefüllt sind. Wenn der Mörtel etwas angezogen hat, wischen Sie mit einem feuchten Schwammbrett über den verfugten Plättlibelag. Dadurch ebenen Sie die Fugen ein und entfernen Rückstände der Fugenmasse von den Plättli. Drücken Sie den Schwamm zwischendurch in klarem Wasser aus.

Bleibt auf der Oberfläche ein leichter Zementschleier zurück, entfernen Sie diesen frühestens nach zwei Wochen mit speziellem Zementschleier-Entferner. Erkundigen Sie sich im BAUHAUS, welches Produkt für Ihren Plättlibelag geeignet ist.

Eck-, Bewegungs- und Anschlussfugen, wie hier zur Badewanne, nicht mitverfugen: Kleben Sie sie mit einem Klebeband beidseitig ab, um diese mit einem speziellen Silikon elastisch abzudichten. Entfernen Sie dafür sorgfältig alle Kleberreste aus den Fugen und grundieren mit einem Dichtungsvorstrich. Dieser sorgt dafür, dass der Untergrund entfettet wird und das Silikon besser haftet.

Setzen Sie die Silikonkartusche in der Ecke an und tragen Sie die Masse in Fugenbreite auf. Sprühen Sie mit einer Blumenspritze ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser auf die Fugen. Ziehen Sie anschliessend mit einem Holzspatel überflüssiges Silikon ab und streichen mit den Fingern die Fuge glatt.

Tipp

Materialbedarf ermitteln

Es gibt eine einfache Faustformel, um den Plättlibedarf zu ermitteln:

Anzahl Quadratmeter + 5 % Verschnitt (+ 10 % bei Diagonalverlegung) + 5 % Reserve

Grösse der Zahnung

Die Zahntiefe des Zahnspachtels mit der der Plättlikleber durchgekämmt wird, richtet sich nach der Kantenlänge der Plättli:

  • 50 bis 100 mm = 3 bis 4 mm
  • 100 bis 200 mm = 6 mm
  • 200 bis 250 mm = 8 mm 
  • über 250 mm = 10 mm

Klassifizierung bei Plättliklebern

Je härter der Untergrund, desto geringer die Anforderungen an den Plättlikleber! Der Code auf der Verpackung (z. B. Symbole wie die Flexmörtelraute oder Buchstaben-/Zahlencodes) hilft bei der Auswahl des geeigneten Klebers: 

  • C = Zementprodukt
  • D = Dispersionskleber
  • R = 2-Komponenten-Reaktionskleber
  • 1 = normale Anforderung
  • 2 = erhöhte Anforderung (doppelte Haftzugfestigkeit)

Optional (Symbole für besondere Eigenschaften):

  • F = schnell härtend
  • T = Kleber für verringertes Abrutschen
  • verlängerte Offenzeit (nur bei C2 und D2)

Abriebklassen

Glasierte Plättli werden in 5 Abriebklassen unterteilt (unglasierte Plättli sind dagegen von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen Beschädigungen und Verschleiss, sind aber meist empfindlich gegen Fett- und Ölflecken). Allgemein kann man sich merken: Je glänzender die Glasur, desto geringer ist die Beständigkeit:

  • Abriebklasse 1: Reine Wandplättli
  • Abriebklasse 2: Wand- und Bodenplättli für leichte Beanspruchung, z. B. im Bad
  • Abriebklasse 3: Bodenplättli im gesamten Wohnbereich mit mittlerer Beanspruchung, ausser Küche, Diele, Terrasse
  • Abriebklasse 4: Bodenplättli für stärkere Beanspruchung, z. B. Küche, Diele, Terrasse
  • Abriebklasse 5: Bodenplättli für stärkste Beanspruchung, z. B. in öffentlichen Bauten

Plättli auf Plättli kleben

Wer bei der Renovierung keine Lust hat alte, festsitzende Plättli mühsam abzuschlagen, der klebt neue Plättli einfach direkt auf den alten Belag. Hierfür die Fläche sorgfältig säubern (fett-, riss-, staubfrei und trocken) und mit einem Spezialhaftgrund vorbehandeln. Den Plättlikleber auftragen und mit dem Zahnspachtel durchkämmen. Die Platte ins Kleberbett einschieben, gerade richten und leicht andrücken. Abschliessend mit Mörtel verfugen.