Marmor verlegen und verfugen

Natursteine aus Marmor sind robuste, unempfindliche, pflegeleichte und gleichzeitig sehr edle Plättlibeläge in Flur, Bad oder WC. Einmal fachgerecht verlegt, halten sie gut und gerne 100 Jahre. Damit das Ergebnis perfekt wird, verwenden Sie allerdings nur schnell erhärtende Naturstein-Kleber, quarzfreie Fugenmörtel und weichmacherfreie Silikone.

Eine grosse Auswahl an Plättli aus Naturstein bieten die PLÄTTLI-Abteilungen von BAUHAUS. Mustertafeln zeigen Verlegebeispiele und Anwendungsmöglichkeiten. Die Plättliausstellungen bieten ausgesuchte, attraktive Anwendungsbeispiele aus Wohn- und Badezimmerwelten.

Anleitung

1. Untergrund richtig vorbereiten

Marmorplättli können auf nahezu allen Untergründen verlegt werden. Diese müssen allerdings tragfähig, eben, trocken und frei von Stoffen sein, die die Haftung des Klebers beeinträchtigen – beispielsweise Fett, Staub oder alte Anstriche. Deshalb alle losen Teile und Anstriche entfernen und Unebenheiten von mehr als drei Millimetern mit selbstverlaufender Spachtelmasse ausgleichen. Stark saugende Untergründe (z. B. Estrich, Zementputz, Porenbeton oder Gipskarton) zusätzlich mit einem lösemittelfreien Tiefengrund vorbehandeln und gut trocknen lassen (nicht saugende Untergründe mit Haftgrund grundieren).

Weitere Informationen finden Sie im BAUHAUS Ratgeber Untergrund für Bodenbeläge vorbereiten.

2. Plättlieinteilung

Spannen Sie mittig auf dem Boden und parallel zu den Seitenwänden eine Richtschnur. Ihre erste Plättlireihe richten Sie daran aus. Beginnen Sie mit dem Verlegen an der Richtschnur. Dann entlang einer Wand die nächsten Plättli verlegen. Um einen Eindruck vom späteren Ergebnis zu bekommen, legen Sie zunächst die Marmorplättli lose aus.

3. Marmorplättli verlegen

Verteilen Sie den Naturstein-Plättlikleber abschnittsweise auf dem Boden und kämmen ihn mit einem Zahnspachtel durch. Bei polierten und geschliffenen Marmorplatten schieben Sie die Platte nun ins Kleberbett, drücken sie an oder klopfen die Platte mit einem Gummihammer leicht an. Offenporigen Marmor versehen Sie auf der Plättlirückseite zusätzlich mit einer dünnen Kleberschicht.

Beachten Sie: Mischen Sie immer nur so viel Kleber an, wie Sie in ca. 30 Minuten verarbeiten können. Und um die Platten nicht zu beschädigen, legen Sie zum Anklopfen einen alten Streifen PVC oder ähnliches auf.

Marmor-Sockelleisten bestreichen Sie auf der Rückseite mit Kleber und kleben sie waagerecht an (Wasserwaage). Für den nötigen Abstand zum Boden (etwa 3 mm) und zu den Wandecken (etwa 3 bis 5 mm) sorgen kleine Keile oder sogenannte Plättlikeile.

4. Marmorplättli verfugen

Ist der Kleber unter den Marmorplatten ausgehärtet (nach etwa 48 Stunden), geht es ans Verfugen: Mischen Sie den Spezial-Fugenmörtel für Naturstein nach Herstellerangaben an und giessen ihn abschnittsweise auf den sauberen Boden. Den Mörtel nun mit einem Gummiwischer diagonal zur Fugenrichtung einschlämmen. Damit überschüssige Feuchtigkeit gebunden wird, streuen Sie zusätzlich trockenen Mörtel auf die Fugen und ziehen diesen nach einigen Minuten mit dem Gummiwischer wieder ab.

Beachten Sie: Bei offenporigen Marmorplättli dürfen Sie die Fugen nicht einschlämmen, sondern müssen sie erdfeucht verfugen (Mörtel mit einem Spachtel einbringen).

Nachdem der Mörtel angezogen hat (Packungshinweise beachten), entfernen Sie mit einem feuchten Schwammbrett Mörtelreste (drücken Sie den Schwamm zwischendurch in klarem Wasser aus) und polieren abschliessend die Marmorfläche mit einem trockenen Tuch.

Eck-, Bewegungs- und Anschlussfugen nicht mitverfugen, sondern mit einem speziellen Silikon für Natursteine elastisch abdichten: Setzen Sie die Silikonkartusche in der Ecke an und tragen Sie die Masse in Fugenbreite auf. Sprühen Sie mit einer Blumenspritze ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser auf die Fugen. Ziehen Sie anschliessend mit einem Holzspatel überflüssiges Silikon ab und streichen mit den Fingern die Fuge glatt.

Tipp

Spezialkleber für Natursteine

Natursteine dürfen Sie nur mit geeigneten Klebern und Fugenmassen verarbeiten. Andernfalls würden Sie die Oberflächen entweder verfärben oder verkratzen. Auch gängige Silikone sind nicht geeignet! Sie enthalten Weichmacher, die im Naturstein unschöne Fettränder hinterlassen.

Deshalb nur schnell erhärtende Naturstein-Kleber, quarzfreie Fugenmörtel und weichmacherfreie Silikone verarbeiten. Verwenden Sie ausserdem nur aufeinander abgestimmte Produkte aus dem Sortiment ein und desselben Herstellers!

Steinplatten zuschneiden

Der Zuschnitt von Steinplatten – ob aus Beton, Klinker oder Naturstein – kann meist nicht mit einem mechanischen Werkzeug erfolgen. Prädestiniert für diese Aufgabe ist dagegen der Winkelschleifer. Dieser kann mit verschiedenen Werkzeugaufsätzen bestückt werden. Für normale Betonsteine reichen in der Regel herkömmliche Stein-Trennscheiben. Diamant-Trennscheiben sind für Natursteine ideal - oder Sie verwenden eine Profi-Nassschneidemaschine.

Beachten Sie: Ein Gehörschutz, eine Schutzbrille, eine Staubmaske, gute Arbeitshandschuhe und Schuhe mit Stahlkappen sind ein absolutes Muss beim Schneiden von Steinplatten!

Professionelle Maschinen und Geräte finden Sie in grosser Auswahl im BAUHAUS Leihservice.

Werkzeug + Material

  • ggf. Ausgleichs/Spachtelmasse
  • Eimer
  • Plättlikreuz
  • Grundierung
  • Gummihammer
  • Gummiwischer
  • Naturstein-Plättlikleber
  • Naturstein-Fugenmörtel
  • Naturstein-Silikon
  • Schwamm oder Schwammbrett
  • Wasserwaage
  • ggf. Winkelschleifer mit Diamant-Trennscheibe oder Nassschneidegerät
  • Zahnspachtel
  • Zollstock