Bodenplättli verlegen und verfugen

Keramische Fussbodenbeläge in Küche, Flur, Bad, WC, Hauswirtschaftsraum oder Keller sind robust, unempfindlich und pflegeleicht. Bei Räumen mit Fussbodenheizung ist ein Plättlibelag sogar ideal, denn er gibt die Wärme direkt an den Raum ab.

Eine grosse Auswahl an Plättli in vielen verschiedenen Materialien, Formaten, Dekoren und Designs bieten die Plättli Abteilung von BAUHAUS. Deckenhohe Mustertafeln zeigen Verlegebeispiele und Anwendungsmöglichkeiten. Die Plättliausstellungen bieten ausgesuchte, attraktive Anwendungsbeispiele aus Wohn- und Badezimmerwelten.

Anleitung

1. Untergrund richtig vorbereiten

Plättli können auf nahezu allen Untergründen im sogenannten Dünnbett-Verfahren verlegt werden. Vorausgesetzt, der Untergrund ist tragfähig, eben, trocken und frei von Stoffen, die die Haftung des Plättliklebers beeinträchtigen – beispielsweise Fett, Staub oder alte Anstriche. Deshalb alle losen Teile und Anstriche entfernen und Unebenheiten mit selbstverlaufender Spachtelmasse ausgleichen. Stark saugende Untergründe zusätzlich mit einer Grundierung vorbehandeln und gut trocknen lassen. Beim Verlegen von Plättli in Bad & Co. tragen Sie zudem eine weitere wasserfeste Sperrschicht auf. Sonst kann es zu Schäden durch Feuchtigkeit kommen. Spezielle Abdicht-Anstrichsysteme gibt es in Ihrem BAUHAUS.

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auch im BAUHAUS Ratgeber Untergrund für Bodenbeläge vorbereiten.

2. Plättlieinteilung

In rechteckigen Räumen spannen Sie mittig auf dem Boden und parallel zu den Seitenwänden eine Richtschnur. Ihre erste Plättlireihe richten Sie daran aus. Beginnen Sie mit dem Verlegen an der Richtschnur. Dann entlang einer Wand die nächsten Plättli verlegen. Um einen Eindruck vom späteren Ergebnis zu bekommen, legen Sie zunächst die Plättli lose aus.

Sollen sowohl Wand als auch Boden mit Plättli gleicher Grösse versehen werden: Bodenplättli erst verlegen, wenn die Wandplättli geklebt sind. Dann können Sie die Fugen der Wandplättli am Boden fortführen – ein durchgehender Fugenverlauf wirkt harmonischer.

3. Plättli bearbeiten und zuschneiden

Zum massgenauen Schneiden von Plättli eignet sich ein Plättli-Schneidgerät: Ritzen Sie die Platte an der gewünschten Stelle an und brechen diese über einer geraden Kante oder mit einer Plättli-Brechzange.

Für Rohrdurchführungen am Plättlirand oder mitten in einer Platte, bohren Sie dicht an dicht mit einem Steinbohrer Löcher innerhalb der markierten Linie. Brechen Sie die Aussparung vorsichtig mit einer Papageienzange heraus oder zerschlagen Sie die Zwischenstege mit einem Plättlihammer.

Alle Werkzeuge erhalten Sie im BAUHAUS.

4. Bodenplättli verlegen

Verteilen Sie den angemischten Plättlikleber gleichmässig auf dem Boden und kämmen ihn mit einem Zahnspachtel durch. Schieben Sie die Platte nun ins Kleberbett, drücken Sie sie an oder klopfen sie die Platte mit einem Gummihammer leicht an.

Beachten Sie: Mischen Sie immer nur so viel Kleber an, wie Sie in ca. 30 Minuten verarbeiten können.

Um einen gleichmässigen Abstand zwischen den Plättli zu gewährleisten, benutzen Sie Plättlikreuze. Die Plättlikreuze werden nicht wieder entfernt und später einfach mit verfugt. Ist der gesamte Boden verfliest, lassen Sie den Kleber mindestens zwölf Stunden aushärten.

5. Bodenplättli verfugen

Ist der Kleber unter den  Plättli ausgehärtet, geht es ans Verfugen: Mischen Sie den Fugenmörtel nach Herstellerangaben an und giessen ihn abschnittsweise auf den sauberen Boden. Den Mörtel nun mit einem Gummiwischer oder Moosgummibrett diagonal zur Fugenrichtung einschlämmen. Wischen Sie mehrmals über die Fläche, damit die Fugenmasse in alle Hohlräume sickern kann und die Fugen gleichmässig bis zur Plättlioberkante mit Mörtel gefüllt sind. Entfernen Sie mit einem feuchten Schwammbrett Mörtelreste von den Plättli und drücken Sie den Schwamm zwischendurch in klarem Wasser aus.

Bleibt auf der Oberfläche ein leichter Zementschleier zurück, entfernen Sie diesen frühestens nach zwei Wochen mit speziellem Zementschleier-Entferner. Erkundigen Sie sich in Ihrem BAUHAUS, welches Produkt für Ihren Plättlibelag geeignet ist.

Eck-, Bewegungs- und Anschlussfugen nicht mitverfugen: Kleben Sie sie mit einem Klebeband beidseitig ab, da diese mit einem speziellen Silikon elastisch abgedichtet werden. Entfernen Sie dafür sorgfältig alle Kleberreste aus den Fugen und grundieren mit einem Dichtungsvorstrich. Dieser sorgt dafür, dass der Untergrund entfettet wird und das Silikon besser haftet. Setzen Sie die Silikonkartusche in der Ecke an und tragen Sie die Masse in Fugenbreite auf. Sprühen Sie mit einer Blumenspritze ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser auf die Fugen. Ziehen Sie anschliessend mit einem Holzspatel überflüssiges Silikon ab und streichen mit den Fingern die Fuge glatt.

Tipp

Materialbedarf ermitteln

Es gibt eine einfache Faustformel, um den Plättlibedarf zu ermitteln:

Anzahl Quadratmeter + 5 % Verschnitt (+ 10 % bei Diagonalverlegung) + 5 % Reserve

Grösse der Zahnung

Die Zahntiefe des Zahnspachtels mit der der Plättlikleber durchgekämmt wird, richtet sich nach der Kantenlänge der Plättli:

  • 50 bis 100 mm = 3 bis 4 mm
  • 100 bis 200 mm = 6 mm
  • 200 bis 250 mm = 8 mm 
  • über 250 mm = 10 mm

Klassifizierung bei Plättliklebern

Je härter der Untergrund, desto geringer die Anforderungen an den Plättlikleber! Der Code auf der Verpackung (z. B. Symbole wie die Flexmörtelraute oder Buchstaben-/Zahlencodes) hilft bei der Auswahl des geeigneten Klebers:

  • C = Zementprodukt
  • D = Dispersionskleber
  • R = 2-Komponenten-Reaktionskleber
  • 1 = normale Anforderung
  • 2 = erhöhte Anforderung (doppelte Haftzugfestigkeit)

Optional (Symbole für besondere Eigenschaften):

  • F = schnell härtend
  • T = Kleber für verringertes Abrutschen
  • E = verlängerte Offenzeit (nur bei C2 und D2)

Verfugen mit der Giessmethode

Einen ganz besonderen Look erhalten Plättlibeläge aus gebrochenen Natursteinen mit der sogenannten Giessmethode: Die angemischte Fugenmasse wird nicht eingeschlämmt, sondern direkt in die uneinheitlich breiten Fugen (5 bis 50 mm) und leicht über den Rand gegossen. Nach ca. 30 bis 45 Minuten stossen Sie den überstehenden Fugenmörtel mit einer Kelle flach ab. Glätten Sie danach die Fugen mit einem feuchten Schwamm und reinigen die Plattenränder.

Abriebklassen

Glasierte Plättli werden in 5 Abriebklassen unterteilt (unglasierte Plättli sind dagegen von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen Beschädigungen und Verschleiss, sind aber meist empfindlich gegen Fett- und Ölflecken). Allgemein kann man sich merken: Je glänzender die Glasur, desto geringer ist die Beständigkeit:

  • Abriebklasse 1: Reine Wandplättli
  • Abriebklasse 2: Wand- und Bodenplättli für leichte Beanspruchung, z. B. im Bad
  • Abriebklasse 3: Bodenplättli im gesamten Wohnbereich mit mittlerer Beanspruchung, ausser Küche, Diele, Terrasse
  • Abriebklasse 4: Bodenplättli für stärkere Beanspruchung, z. B. Küche, Diele, Terrasse
  • Abriebklasse 5: Bodenplättli für stärkste Beanspruchung, z. B. in öffentlichen Bauten

Werkzeug + Material

  • ggf. Ausgleichsmasse (selbstverlaufend)
  • Blumenspritze
  • ggf. Bohrmaschine und Steinbohrer
  • Drahtbürste
  • Eimer
  • Plättli nach Bedarf
  • ggf. Plättli-Brechzange
  • Plättli- oder Gummihammer
  • Plättlikleber
  • Plättlikreuz
  • Fugen-/Moosgummibrett oder Gummiwischer
  • Fugenmörtel
  • ggf. Plättli-Schneidgerät
  • Glättkelle
  • Grundierung
  • Kreppband
  • ggf. Papageienzange
  • Schwamm
  • Senklot
  • Silikon
  • Wasserwaage
  • Zahnspachtel
  • Zementschleier-Entferner
  • Zollstock