Fenster austauschen

Alte Fenster verlieren viel zu viel teuer erzeugte Heizwärme. Fenster mit modernem Wärmedämmglas sind hingegen exzellente Wärmedämmer. Wenn die Rahmen noch gut erhalten sind, lohnt sich bereits ein Austausch der alten Glasscheiben. Oder Sie erneuern gleich das ganze Fensterelement – gerade, wenn sowieso Renovierungsmassnahmen anstehen.

Anleitung

1. Altes Fenster entfernen

Hängen Sie zunächst den Fensterflügel aus und stemmen den alten Rahmen heraus. Sie können den Rahmen auch zersägen und dann die einzelnen Rahmenstücke heraushebeln. Wenn beim Herausschlagen Schäden an der Laibung entstanden sind, beheben Sie diese mit Reparaturmörtel.

Falls die Mauerstärke nach dem Ausbau des Fensters rechts und links der Öffnung ungleich ist, mauern Sie die Fensterlaibung innen mit passend zugeschnittenen Mauersteinen aus.

2. Neues Fenster einsetzen

Nachdem der Mörtel getrocknet ist, passen Sie das neue Fenster in die Öffnung ein und fixieren es mit Keilen und Distanzklötzen. Schieben Sie gegebenenfalls dünne Holzstreifen unter einzelne Distanzklötze und überprüfen Sie mit einer Wasserwaage die lot- und waagerechte Ausrichtung: Das Fenster muss mittig sitzen und so ausgerichtet sein, dass ringsum gleiche Abstände anliegen. Dichten Sie das Fenster mit einem speziellen Fensterdichtband (zwischen Fenster und Fassadenbauteilen) innen und aussen ab.

Bohren Sie nun an den vorgesehenen Befestigungspunkten die Dübellöcher (bei Betonwänden ggf. Bohrhammer verwenden). Setzen Sie anschliessend spezielle Fensterrahmendübel ein, die Sie mitsamt passender Schraube ins Bohrloch schlagen.

Sprühen Sie Montageschaum in den Hohlraum zwischen Fensterrahmen und Wand. Sobald der PU-Schaum ausgehärtet ist (Herstellerhinweise beachten), schneiden Sie überschüssiges Material mit einem Cutter-Messer ab. Beachten Sie: Da Montageschaum sein Volumen vergrössert, sollten Sie ihn nur sparsam einsetzen. Alternativ verwenden Sie Faserdämmstoff. Das Fensterbrett setzen Sie in ein Mörtelbett.

Zum Abschluss schrauben Sie Zierleisten an und verputzen die Wand. Nach dem Durchtrocknen können Sie den Putz überstreichen.

Tipp

Achtung Schimmel!

Passen Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten den neuen Fenstern an. Denn durch dichte Scheiben verringert sich der Luftaustausch. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, die sich vor allem an kühlen Wänden wieder bemerkbar macht – nämlich im schlimmsten Fall mit Schimmel. Also besser häufig stosslüften als Dauer-Kippen! Fünf bis zehn Minuten pro Lüftungsvorgang reichen.

Beachten Sie: Wollen Sie bei einem Altbau die Fenster erneuern, sollten Sie gleichzeitig auch die Aussendämmung neuen Standards anpassen.

Fensterglas und Wärmedämmung

Der Wärmeschutz von Fensterglas wird mit dem U-Wert (Wärmedurchgangswert) bezeichnet. Je niedriger dieser ist, desto weniger Raumwärme geht durch das Glas nach aussen verloren:

  • Einfachglas hat einen U-Wert von 5,8 W/ m²K (Watt pro m² Kelvin)
  • Isolierglas hat einen U-Wert von 3,0 W/ m²K
  • Wärmedämmglas hat einen U-Wert von 1,1 W/ m²K – rund 60 Prozent unter dem Wert von konventionellem Isolierglas, wie es bis Mitte der neunziger Jahre üblich war
  • Dreifachverglasungen erreichen U-Werte von bis zu 0,5 W/ m²K und halten die Heizwärme ebenso gut im Haus wie eine massive isolierte Wand

Werkzeug + Material

  • Bleistift
  • Cutter-Messer
  • Distanzklötze und ggf. dünne Holzstreifen
  • Fensterbrett nach Bedarf
  • Fenster nach Bedarf
  • Fensterrahmendübel
  • Hammer
  • Holzkeile
  • ggf. Handsäge oder elektrische Bandsäge (zum Zuschneiden der Mauersteine)
  • ggf. Mauersteine aus Porenbeton
  • Montageschaum oder Faserdämmstoff
  • Mauer- und Putzmörtel
  • Spachtel
  • Steinbohrer, möglichst lang, Durchmesser entsprechend der Fensterrahmendübel
  • Universalbohrer, Durchmesser entsprechend der Fensterrahmendübel
  • Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer
  • Wasserwaage
  • Zierleisten
  • Zollstock