Trockenbauwände erstellen

Das Trockenbauverfahren ist eine gute Möglichkeit, Trennwände einzuziehen und Räume einfach und verhältnismässig schnell zu teilen. Denn im Gegensatz zu "nassen" Baustoffen wie Beton oder Putz, sind die Verarbeitungszeiten bei diesen sogenannten Leichtbauwänden deutlich geringer. In der Regel werden Gipskarton- oder Gipsfaserplatten verarbeitet, die auf einer Unterkonstruktion montiert und anschliessend verspachtelt, tapeziert oder verputzt werden. In Feuchträumen wie Bädern oder Saunen sind hingegen wasserbeständige Bauplatten die bessere Wahl. Alternativ dazu stehen zementgebundene Bauplatten zur Verfügung. Die Unterkonstruktion ist, je nach Bedarf, eine Holz- oder eine Metallständerkonstruktion. Letztere besteht aus UW-Profilen für die horizontale Montage und aus CW-Profilen für die vertikale Montage.

Beachten Sie: Im Beispiel stammen sämtliche Trockenbau-Komponenten (von der Bauplatte über Kleber, Grundierung und Schrauben bis hin zum Putzsystem) von einem Hersteller und sind dadurch genau aufeinander abgestimmt. Das verspricht eine einfache und sichere Verarbeitung.

Anleitung

1. Planung und Vorbereitung

Planen Sie die Wände und ermitteln Sie den ungefähren Materialbedarf. Da die CW-Profile in der Regel häufiger gebraucht werden, als die an Boden und Decke angebrachten UW-Profile, benötigen Sie davon entsprechend mehr. Berücksichtigen Sie auch vorgesehene Türöffnungen und planen Sie zusätzlich ein sogenanntes Türsturzprofil ein.

2. Unterkonstruktion bauen

Ermitteln Sie zunächst mit Hilfe einer Schnur die Grundlinie Ihrer Leichtbauwand und markieren Sie den Wandverlauf am Fussboden und an der Decke. Schneiden Sie nun die benötigten Rahmenprofile (UW-Profile) für Boden und Decke entsprechend zu (Flex oder Metallschere). Auf die Unterseite der Profile kleben Sie eine selbstklebende Anschlussdichtung (Dichtungsband) und verschrauben anschliessend die UW-Profile mit Dübeln im Boden und in der Decke (im gezeigten Beispiel: 39 mm-Schrauben mit Flachkopf und Hilo-Gewinde und Schlagdübel).

Sind die UW-Rahmenprofile fest verankert, stellen Sie das erste CW-Profil für den Wandabschluss in die Rahmenprofile oben und unten ein und verdübeln es senkrecht an der Wand (dieses Wandabschluss-Profil aus Schallschutzgründen ebenfalls mit Dichtungsband bekleben). Zur besseren Stabilität empfiehlt es sich, einen Dübelabstand von einem Meter nicht zu überschreiten. Anschliessend stellen Sie weitere CW-Ständerprofile ein und richten sie aus. Der Abstand zwischen den einzelnen CW-Profilen ist abhängig vom verwendeten Bauplatten-Material und misst sich von Profilmitte zu Profilmitte.

Für die vorgesehene Türöffnung montieren Sie ein spezielles Türsturzprofil, welches Sie von oben über die zwei CW-Ständerprofile schieben. Bevor Sie diese nun einsetzen und mit Blechschrauben oder Nieten an den UW-Profilen befestigen, fügen Sie oben und unten weitere Steckwinkel an den CW-Profilen ein. Das stabilisiert die gesamte Türkonstruktion zusätzlich.

3. Ständerwerk mit Zementplatten beplanken

Das fertig montierte Metallständerwerk können Sie nun von beiden Seiten mit den Zementbauplatten beplanken. Hierfür verschrauben Sie die einzelnen Platten fugenversetzt mit den Metallprofilen (je Quadratmeter ca. 15 Schrauben).

Drehen Sie die Schrauben nur bündig und nicht zu tief ein, sonst müssen Sie bei der Nachbereitung die Löcher aufwändig verspachteln. Bevor Sie die gegenüberliegende Seite beplanken, legen Sie in den entstandenen Wandzwischenraum je nach Bedarf Stromkabel, Installationsleitungen oder - wenn die Wand kalte und warme Bereiche trennt – Wärmedämmstoff (z. B. Mineralwolle) ein. Die Kabel und Leitungen führen Sie durch die H-förmigen Ausstanzungen des CW-Profils. Beachten Sie: Mit einem Dosenschneider stellen Sie später Aussparungen für die Steckdosen her.

4. Zementplatten verputzen

Die im gezeigten Beispiel verwendeten Zementbauplatten werden, anders als Gipsbauplatten, nicht verspachtelt, sondern verklebt (Polyurethan-Kleber). Die Oberflächenbearbeitung ist hingegen etwas aufwändiger: Bevor Tapeten, ein Dekorputz oder Farbanstrich folgen, müssen Sie die Zementplatten zunächst verputzen (Armierungsgewebe zusätzlich in den Putz einlegen). Dafür ist die fertige Leichtbauwand aber absolut wasserunempfindlich und deshalb nicht nur für Keller und Badezimmer geeignet, sondern auch im Aussenbereich empfehlenswert (z. B. als verputzbarer Untergrund an einem Gartenhaus oder Carport).

Beachten Sie: Wenn Sie stattdessen Gipsbauplatten verwenden, verspachteln Sie einfach die Plattenstösse. Nach der Trocknung glätten Sie sie mit Schleifpapier – anschliessend können die Wände gestrichen, tapeziert, verfliest oder mit Dekorputz versehen werden.

Tipp

Holz- oder Metallständerwerk

In den meisten Fällen teilen Leichtbauwände zu gross geschnittene Wohnräume. Hier reicht ein Ständerwerk aus Holz mit einer Gipsplattenverkleidung völlig aus. In Feuchträumen sollten es aber zumindest imprägnierte Hölzer sein. Bei extremer Feuchtebelastung sind Metallprofile aber unbedingt zu empfehlen.

Werkzeug + Material

  • Akkuschrauber
  • Armierungsgewebe
  • Bohrmaschine
  • Dichtungsband (selbstklebend)
  • Glättkelle
  • Grundierung
  • Grundputz
  • Haftputz
  • Hammer
  • Maurerkelle
  • Metallsäge/Blechschere
  • Polyurethan-Kleber
  • Rahmenprofile (UW-Profil) nach Bedarf
  • Schnellbauschrauben
  • Schlagdübel und passende Schrauben
  • Spachtel
  • Ständerprofile (CW-Profil) nach Bedarf
  • Steckwinkel
  • Türsturzprofil nach Bedarf
  • Wasserwaage
  • Zahnspachtel
  • Zementbauplatten nach Bedarf