Alte Holzfussböden werden wieder schön

Unter vielen Teppichböden liegen noch unentdeckte "Schätze": alte Holzfußböden. Noch heil, aber unansehlich. Erwecken Sie sie zu neuem Glanz! Mit dem richtigen Werkzeug ist das nicht so schwer. Ein noch heiler Holzfußboden, auch wenn er im Laufe der Jahrzehnte unansehnlich geworden ist, lohnt das Aufarbeiten...

 

Unter vielen Teppichböden liegen noch unentdeckte "Schätze": alte Holzfußböden. Noch heil, aber unansehlich. Erwecken Sie sie zu neuem Glanz!
Mit dem richtigen Werkzeug ist das nicht so schwer. Ein noch heiler Holzfußboden, auch wenn er im Laufe der Jahrzehnte unansehnlich geworden ist, lohnt das Aufarbeiten. Alles, was Sie für die Wiederbelebung dieses wertvollen Bodenbelags brauchen, können Selbermacher sich ausleihen oder kaufen. Heimwerker können sich zur Parkettrenovierung den Woodboy ausleihen. Mit den großen Schleifmaschinen für die Fläche und kleinen Maschinen für den Rand (hier kann der Selbermacher auch seinen Bandschleifer und Exzenter-Schleifer einsetzen) werden die Spuren der Jahrzehnte vom Fußboden getilgt.
Schritt für Schritt sieht man beim Arbeiten, wie aus der schmuddeligen, dunklen und zertretenen Holzfläche wieder ein strahlend schönes Parkett oder ein schöner alter Dielenboden wird. Der richtige Zeitpunkt für die Renovierung des Parketts oder der Dielenfußböden ist übrigens gleich im Anschluss an eine Renovierung von Decken und Wänden. So vermeidet man, dass abgewaschene Farbe, Tapetenkleister oder Lack auf den total erneuerten Holzboden tropfen und dort ihre Spuren hinterlassen.
Die Vorbereitungen zum Abschleifen sind einfach: Alle Möbel, Teppiche und auch Vorhänge des Raumes, dessen Fußboden Sie sanieren wollen, müssen entfernt werden. Im zweiten Schritt werden alle Sockelleisten abmontiert. Das geht mit einem breiten Stecheisen als Hebel sehr gut. Herausragende Nägel müssen Sie mit vorsichtigen Hammerschlägen versenken, lose Parkettstäbe wieder ankleben. Dann reinigen Sie den Raum mit dem Staubsauger. Nur das Schleifen macht aus dem Holzfußboden wieder eine glatte attraktive Fläche. Ein alter verschmutzter Boden braucht mehrere Schleifgänge, damit er wieder sauber wird. Der erste Schleifgang mit einem groben Korn (40 oder 24) beseitigt den Schmutz, tiefere Riefen und Aufschlüsselungen. Mit Korn 80 wird dann weiter geglättet. Ebenso müssen die Randstreifen mit einer speziellen Handmaschine nachgeschliffen werden.
Vor dem letzten Schliff kontrolliert man den Fußboden auf Ritzen und Fugen. Sie müssen nämlich mit einem selbstgemachten Holzkitt verschlossen werden. Die Spachtelmasse rührt man sich aus einer Fugenkittlösung und dem Schleifstaub aus dem Beutel der Schleifmaschine an. So trifft man den richtigen Holzton des Bodens. Abschließend erfolgt der Feinschliff mit Korn 100 und eine gründliche Reinigung. Was Sie bei den einzelnen Arbeitsgängen beachten müssen, lesen Sie in den Bildtexten!
Damit Ihr schöner alter Parkettboden, dem Sie mit sehr viel Mühe eine neue Oberfläche gegeben haben, nun auch lange seinen Glanz behält, ist regelmäßige Pflege nötig. In Wohnräumen sollte man die Holzfläche spätestens alle drei Monate mit einem Parkettpolish hauchdünn einreiben. Diese Politur erhält den Glanz und gibt dem Boden eine Extra-Schutzschicht.
Strapazierte Flächen, z.B. in Fluren oder Durchgangsräumen, brauchen diese Pflege etwa alle vier Wochen. Das Parkettpolish kann auch dem Wischwasser beigegeben werden, mit dem Sie regelmäßig die Holzflächen feucht, aber nicht klitschnass reinigen.
Tipp:
Nach dem ersten Schleifgang den Staub aus dem Beutel entfernen. Er ist meist sehr dunkel (altes Bohnerwachs und Staub). Vom Staub der nächsten Schleifgänge kann man eine farblich passende Fugenmasse selbst anrühren.

 

 

 

1 Die Sockelleisten entfernen und gegebenenfalls nummerieren oder kennzeichnen, damit sie später wieder an Ort und Stelle montiert werden können.

 

2 Auf die Walze der Schleifmaschine spannt man das entsprechende Band auf. Mit Körnung 40 oder gar 24 ist man für den Grobschliff gut gerüstet.

 

3 Maschine mit laufender Walze aufsetzen und Parkett bahnenweise vor- und rückwärts abschleifen. Die Maschine niemals auf einer Stelle stehen lassen.

 

4 Nach diesem Schleifgang sind die meisten Schäden bereits eliminiert, die Stoßversätze egalisiert. Gut zu erkennen sind rechts die groben Abschleifspuren.

 

5 Wo die Maschine nicht hinkommt, ist die flache Flunder im Element. So kann auch unter einem Heizkörper Lack und Holz zu Leibe gerückt werden.

 

6 Ein weiterer Spezialist für Problemzonen ist der Randschleifer. Ihn braucht man, um die Ränder zu bearbeiten. Dazu Schleifscheibe aufschrauben ...

 

7 ... und die Maschine über die Außenränder führen. Die überstehende Rotationsscheibe kommt bis an die Wand heran. Die Maschine lässt sich leicht dirigieren.

 

8 Nur in den letzten Winkeln ist Handarbeit angesagt. Doch das grobe Papier macht kurzen Prozess. Wer einen Dreiecksschleifer hat, löst das Problem maschinell.

 

9 Der Boden ist nun eben und roh. Wenn das Parkett so aussieht wie bei uns, muss auf jeden Fall gespachtelt werden. Aus dem erzeugten Schleifstaub und ...

 

10 ... aus dem Porenfüller mischt man das Material selbst zusammen. Vorteil: Man erhält so eine Fugenmasse, die dem Originalfarbton des Bodens entspricht.

 

11 Vergessen Sie den Eimer von zu Hause! Mit der geliehenen Wanne haben Sie es leichter. Material mit dem Bodenspachtel über den Muldenrand herausziehen ...

 

12 ... und die größeren Fugen und Risse leicht schräg abspachteln. Spachtel dabei mit beiden Händen fest abdrücken und zum Schluss Überschüsse glatt abnehmen.

 

13 Nach der partiellen Verspachtelung erfolgt die vollflächige Bearbeitung des rohen Bodens. Fugenmasse in serpentinenartiger Hin- und Herbewegung einbringen.

 

14 Nach 20 Minuten kann bereits weitergearbeitet werden. Mit rotierender Scheibe werden Fläche und Spachtelung feingeschliffen. Maschine gut festhalten!

 


15 Den Staub gut absaugen. Für optimale Reinigung sorgt das spezielle Reinigungstuch, das leicht ölbefeuchtet ist und so auch allerletzte Staubreste aufnimmt.

 

16 Der Grundiervorgang sieht wie folgt aus: Zuerst quer, dann längs den Boden abrollen. Die Schicht nicht zu dick auftragen und das Material lückenlos verteilen.

 

17 Zwischenschliff und Endschliff übernimmt der Rotationsschleifer. Darauf achten, dass er bei den fächerartigen Bewegungen stets im Gleichgewicht gehalten wird.

 

18 Versiegelt wird zwei- oder dreimal. Hier wurde ein wassergetragener (also lösemittelfreier) Parkettlack eingesetzt. Für die Nachpflege empfiehlt sich ein Polish.

 

 

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